Rad

Teamvorstellung bei Ausrüster Canyon

Erstmals mit Sohn Rick: Zabel künftig bei Katusha

Künftig mit Sohn Rick vereint: Erik Zabel.
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Die letzte Saison verlief für Katusha Alpecin alles andere als nach Plan. Am Ende standen nur fünf Saisonsiege zu Buche – vier davon gingen auf das Konto deutscher Fahrer. Während Nils Pollit mit zwei Siegen noch zu einem der Gewinner im Team gehörte, war Sprintstar Marcel Kittel alles andere als glücklich mit seinen zwei Etappenerfolgen bei Tirreno–Adriatico.

"Es hat einfach insgesamt letztes Jahr nicht gepasst", bilanzierte Kittel. Alle Verantwortlichen haben ihre Lehren aus der enttäuschenden Saison gezogen. Eine Konsequenz daraus trägt den Namen von Erik Zabel. Kittel zeigte sich offen für eine Zusammenarbeit: "Ich denke, wir können von Eriks Rennerfahrung profitieren. Seine Tipps sind eine große Hilfe. Ich arbeite das erste Mal mit ihm zusammen, klar ist das eine Hilfe."

Der frühere Topsprinter übernimmt die neu geschaffene Position des Performance-Direktors. Dies gab die Mannschaft mit Schweizer Lizenz am Freitag in Koblenz bekannt. Damit ist er nicht nur für Kittel und Pollit verantwortlich, sondern eben auch für seinen Sohn Rick.

"Im besten Fall hilft ein Performance-Direktor den fitten Athleten, ihre beste Leistung zu bringen, und sorgt dafür, die besten Teams zu den Rennen zu bringen", sagte Zabel über seine neue Tätigkeit, die zunächst auf ein Jahr ausgelegt ist.

Erik Zabel: "Unzufrieden zu sein ist das eine, Lösungen zu finden, das andere"

Zudem soll Zabel dafür sorgen, dass Katusha nach punktuellen Querelen in der sportlich nicht zufriedenstellenden Saison 2018 wie dem öffentlichen Zwist zwischen Kittel und dem Sportlichen Leiter Dimitri Konischew nicht mehr wie eine Ansammlung uneiniger Grüppchen wirkt. "Ich habe jetzt sieben Jahre auf der Sponsorenseite gearbeitet, und diesen Eindruck hatten wir von außen auch", sagte Zabel: "Unzufrieden zu sein ist das eine, Lösungen zu finden, das andere. Und eine Lösung kann diese neue Position als Performance-Direktor sein."

Zabel, sechsmaliger Gewinner des Grünen Trikots bei der Tour de France, ist nach wie vor beim Radhersteller Canyon tätig, der auch die Katusha-Mannschaft ausrüstet und in deren Zentrale in Koblenz am Freitag der Kader für die kommende Saison vorgestellt wurde.

Bei Katusha war Zabel bereits von 2011 bis 2013 Sportlicher Leiter, bis er schließlich vom Team nach seiner zweiten Dopingbeichte suspendiert wurde. "Bis auf den Namen hat sich beim Team seitdem eigentlich alles geändert", sagte Zabel.

Rick Zabel: "Ich bin ein wenig nervös"

Dass er erstmals gemeinsam mit seinem Sohn Rick in einem Team arbeitet, sei "noch ungewohnt". Auch Rick Zabel weiß um die besondere Konstellation: "Ich bin ein wenig nervös deswegen, es ist aufregend. Wir sind zwei starke Persönlichkeiten, die auch mal gerne aneinandergeraten. Dem Team wird er sportlich mega weiterhelfen. Für mich wird es nochmal einen Tick schwerer, ich kenne ja meinen Papa: Wenn es darum geht, mich oder einen anderen Fahrer zu empfehlen und wir auf der gleichen Ebene sind, wird er immer den anderen nehmen." Bisher haben es die beiden immer vermieden, sich auf sportlicher Ebene zu nahe zu kommen. Dies sei auf der einen Seite schön, findet Rick Zabel, er legt aber auch Wert darauf, dass die gute familiäre Verbindung zu seinem Vater dadurch nicht beschädigt werden soll.