Frankfurts erstaunlicher Durchmarsch

"Heute hat das gepasst": Hütter erhört die Eintracht-Fans

Beste Stimmung: Adi Hütter bedankt sich bei den Eintracht-Fans in Nikosia.
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"Ich war mit den letzten zwanzig Minuten nicht zufrieden", sagte Adi Hütter, Danny da Costa beklagte den Verlust von "Kontrolle und Ruhe". Doch wer wollte sich an diesem Donnerstagabend schon ernsthaft damit befassen?

Eintracht Frankfurt hat ja nicht einfach nur die Europa-League-Zwischenrunde erreicht. Das 3:2 bei Apollon Limassol war der vierte Sieg im vierten Spiel in einer Gruppe, die das Beiwort "Todes-" oder "Hammer-" wahrlich verdient hatte. Von "großen Hürden" hatte Sportvorstand Fredi Bobic nach der Auslosung gesprochen - und jetzt hat sie Frankfurt schon Anfang November alle übersprungen, während Vorjahresfinalist Marseille ausgeschieden ist . Nur Stuttgart (2010/11) und Schalke (2016/17) starteten aus der Bundesliga schon einmal mit vier Siegen in diesen Wettbewerb.

"Die Fans haben darauf gewartet, dass ich mal in die Kurve gehe"

"Ich will heute einfach nur das Positive herausheben, weil wir uns in einer Gruppe qualifiziert haben, bei der viele gedacht haben, dass wir es nicht schaffen", befand Torwart Kevin Trapp. Acht Spiele ohne Niederlage am Stück, darunter sieben Siege - "da muss man einfach sagen: Hut ab! Wir sind auf dem richtigen Weg, dürfen aber nicht nachlassen."

Auch für Trapps Trainer zählte nur, dass der erste Matchball gleich saß. "Kompliment an die Mannschaft", sagte Hütter, genoss jedoch diesmal ausnahmsweise selbst einen "tollen Moment" mit den Anhängern: "Die Fans haben darauf gewartet, dass ich mal in die Kurve gehe. Heute hat das gepasst." Er habe sich das für den Tag des Weiterkommens vorgenommen. "Ich merke, dass ich mehr und mehr in Frankfurt ankomme und mich die Fans schätzen."

Neben dem Gruppensieg bleibt jetzt nur noch ein Ziel

Rund 5000 waren der Eintracht gen Zypern hinterhergereist; unter den 6249 Zuschauern in Nikosia waren die Gäste klar in der Überzahl und feierten, wie sie das gerne schon am ersten Spieltag in Marseille gemacht hätten, aber wegen der UEFA-Sanktionen gegen die Franzosen nicht durften. "Wir sind unterm Brennglas", hatte Vorstandsmitglied Axel Hellmann sie im Vorfeld gewarnt: Die Eintracht hofft noch auf mehr als die bislang genehmigten 5800 Tickets fürs abschließende Auswärtsspiel bei Lazio Rom, in dem womöglich die Entscheidung um den Gruppensieg fällt.

Wer hätte das Ende August für möglich gehalten: Neben dem Gruppensieg (Trapp: "Jetzt wollen wir natürlich auch Erster bleiben") ist das zwei Spieltage vor dem Ende das letzte verbliebene Ziel der Eintracht in der Europa-League-Vorrunde.