Southampton-Trainer kämpft gegen exzessives Videospielen

"Wie eine Drogensucht": Hasenhüttl blockt WLAN in Teamhotel

Will seine Spieler auch außerhalb des Platzes beschützen: Ralph Hasenhüttl.
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Es war die letzte Frage an Ralph Hasenhüttl vor Southamptons Auswärtsspiel in Brighton am Samstagnachmittag, und die Antwort geriet durchaus spektakulär: Der ehemalige Trainer von RB Leipzig gab Einblicke in seinen Kampf gegen Videospiel-Sucht im Profifußball.

"Auch bei meinem letzten Klub hatten wir Probleme mit Spielern, die in der Nacht vor einem Spiel bis 3 Uhr nachts gespielt haben", sagte Hasenhüttl. In Southampton habe er deshalb WLAN im Teamhotel verboten. "Man muss da aktiv werden und sie schützen, weil das kein kleines Problem ist. Wenn man ehrlich ist, ist es das gleiche wie eine Alkohol- oder Drogensucht. Man wird süchtig danach."

Ein anonymer Profi hatte bekannt, bis zu 13 Stunden am Tag zu zocken

Und "solange das für die Regierung keine Krankheit ist", müsse der Klub eingreifen und den Spielern "helfen, nicht zu viel Zeit damit zu verbringen". Wäre es eine anerkannte Krankheit, ist sich Hasenhüttl sicher, gäbe es etwa eine automatische Videospiel-Sperre, zum Beispiel nach drei Stunden Zockerei.

In der "Sun" hatte unter der Woche ein anonymer Fußballprofi bekannt, mit exzessivem "Fortnite"-Spielen - bis zu 13 Stunden am Tag - seine Karriere gefährdet zu haben. Solche Probleme gäbe es in Southamptons Kader nicht, versichert Hasenhüttl, er spreche über derlei Themen oft mit seinem Kapitän und anderen Spielern. "Ich werde in dieser Hinsicht immer tätig werden. Ich muss meine Spieler nicht nur auf dem Platz, sondern auch daneben beschützen."