Frischer Wind bei den spanischen Schwergewichten

Gleich sechs Talente: Plötzliche Jugend-Revolution bei Real und Barça

Ihnen könnte die Zukunft bei Spaniens Schwergewichten gehören: Barcelonas Riqui Puig (l.) und Reals Javi Sanchez.
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Im Fernduell macht Barcelona am Samstagabend (20.45 Uhr, LIVE! bei kicker.de) bei Stadtrivale Espanyol den Anfang. Zuvor stehen zwei Youngster groß in den katalanischen Schlagzeilen: Carles Alena (20) und Riqui Puig (19). Beide entstammen der weltberühmten Fußballschule "La Masia" - und begeisterten jüngst. Alena tauchte am vergangenen Sonntag in seinem zehnten Pflichtspiel (fünf in der Liga, fünf in der Copa del Rey) für die Profis erstmals unter den Torschützen auf. Dabei sah die vereinsnahe Zeitung "Mundo Deportivo" eine bemerkenswerte Parallele: Am 1. Mai 2005 betrat bei der Partie zwischen Barça und Albacete ein gewisser Lionel Messi, das große Jugend-Juwel, den Rasen. Wenig später setzte der damalige Superstar Ronaldinho den Argentinier perfekt ein, das erste Tor von Messi war die logische Folge.

Über 13 Jahre später ist es Messi, der den Staffelstab weitergibt. Beim 2:0 gegen Villarreal am 2. Dezember 2018 setzt der Superstar Joker Alena, großer Hoffnungsträger der Barça-Jugend, ein - und dieser vollstreckt technisch anspruchsvoll. Eine Premiere, die im Gedächtnis bleibt. In der Copa del Rey stand Alena am Mittwochabend in der Startelf und war bei seinem 90-minütigen Einsatz Zeuge des nächsten hellen Jugend-Moments.

Beim Stand von 3:1 betrat nämlich Puig die große Bühne (Profi-Debüt!) und überraschte mit seinem Auftritt. Sein Spielverständnis und seine Spielintelligenz wurden schnell offensichtlich. In der 70. Minute hob das Riesentalent den Ball klug über zwei Verteidiger hinweg in den Lauf von Denis Suarez, der sich mit einem Tor zum 4:1-Endstand bedankte. Schon länger wird er in Barcelona zum Teil mit den Vereins-Legenden Xavi und Andres Iniesta verglichen. Zumindest der Anfang ist bei Alena und Puig getan.

Am Sonntagnachmittag (16.15 Uhr, LIVE! bei kicker.de) will Real Madrid bei Aufsteiger Huesca, dem Tabellenletzten (sieben Punkte aus 14 Spielen), möglichst nachlegen. Auch bei den Königlichen hat die Jugend unter Coach Santiago Solari neue Bedeutung bekommen: Unter dem Argentinier debütierten bereits vier Spieler aus "La Fabrica".

Zuerst ist dabei Javi Sanchez (21) zu nennen, der beim 4:0-Hinspielerfolg gegen UD Melilla debütierte. Der Innenverteidiger genießt bei Solari vollstes Vertrauen, weswegen er auch schon in der Liga und der Champions League zum Einsatz kam. Der Abwehrspieler wusste schon unter Julen Lopetegui auf der US-Tour zu gefallen, musste in der Folge aber hinten anstehen. Nun ist der Kapitän der zweiten Mannschaft eine ernsthafte Option bei den Profis. Beim Rückspiel gegen Melilla am Donnerstag (6:1) feierte er sein erstes Profitor. Seinetwegen soll Real auch die Bemühungen um Espanyol-Verteidiger Mario Hermoso vorerst eingestellt haben.

Einer der Marke Jordi Alba - und einer wie Benzema?

In der Defensive des amtierenden Champions-League-Siegers könnte ihm in mittelfristiger Zukunft sein spanischer Landsmann Fran Garcia (19) zur Seite stehen. Der Linksverteidiger der Marke Jordi Alba oder Marcelo (sprich mit großem Offensivdrang) gehört zu den großen Hoffnungsträgern - auch bei der spanischen Nationalmannschaft. Gegen Melilla spielte er in den zweiten 45 Minuten anstelle von Dani Carvajal.

Auch weiter vorne ist ordentlich Potenzial da: Mittelfeldspieler Fidalgo (21) ist unangefochtene Stammkraft in der zweiten Mannschaft, die Solari als Ex-Trainer bestens kennt. Er kam am Donnerstag elf Minuten vor Schluss für Vinicius Junior auf den Platz. Ganz vorne soll Cristo Gonzalez (21) von seinen Fähigkeiten bereits an Karim Benzema erinnern. Mit 16 Jahren wurde er zum jüngsten Profi-Torschützen in der Geschichte von CD Teneriffa. Beim 4:0 gegen Melilla Ende Oktober kam er sieben Minuten vor Schluss für Marco Asensio aufs Feld - und stach in der Nachspielzeit.