Southampton: Österreicher stellt sich bei den Saints vor

Hasenhüttl über Klopp, Waschmaschinen und die Titanic

Konnte sein neues Team gegen Tottenham bereits unter die Lupe nehmen: Ralph Hasenhüttl.
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"Für die Top-Sechs-Klubs in England ist mein Name nicht groß genug. Dafür habe ich bisher nicht genug gewonnen. Zweitligameister in Deutschland reicht dafür einfach nicht", sagte Hasenhüttl am Donnerstagnachmittag bei seiner Vorstellung. Das dürfte auch der Grund sein, dass er den meisten Fans der Saints kein Begriff war bei seiner Vorstellung. SpVgg Unterhaching, VfR Aalen, FC Ingolstadt und schließlich RB Leipzig – keine Namen, die in England bekannt sind, geschweige denn für Glamour stehen.

Wer also ist dieser Hasenhüttl? Von englischen Medien wurde er kurzerhand als "Klopp of the Alpes" verkauft. Doch der 51-Jährige will eben nicht der "Alpen-Klopp" sein. Er sei zwar ein Fan des Fußballs von Jürgen Klopp, "er hat Marken gesetzt, hat meinen Stil beeinflusst. Aber den Ausdruck mag ich nicht sehr, ich will mir einen eigenen Namen machen", sagte Hasenhüttl, sparte aber nicht mit Lob für den beliebten Coach von Liverpool. "Seit Klopp da ist, hat sich Liverpool fantastisch entwickelt. Wenn ich das hier ähnlich machen könnte, wäre es toll."

Hasenhüttl verspricht Leidenschaft ohne Garantien

Den Fans versprach Hasenhüttl "sehr leidenschaftlichen Fußball mit elf Typen auf dem Platz, die Charakter haben und alles geben. Ich will alle mitnehmen". Aber er warnte auch: "Wenn du Garantien haben willst, musst du Waschmaschinen kaufen." Garantien auf Siege gebe es im Fußball nicht.

"Meine Art Fußball zu spielen, wird sehr gut hierher passen", glaubt Hasenhüttl, der sein Team aktiv sehen will und auf aggressives Pressing setzt. Der Charakter der Mannschaft sei okay, "was jetzt noch fehlt, ist ein guter Matchplan". Dabei präferiert Hasenhüttl zwar ein 4-2-2-2-System, sieht aber auch im 4-3-3 oder 3-4-3 mögliche Alternativen für sich.

Kellerduell in Cardiff - Kaderumbau im Januar

Die erste Aufgabe hat es gleich in sich. Die Saints, derzeit auf Platz 18, müssen zum Kellerduell in Wales bei Cardiff City antreten (Samstag, 16 Uhr). Nur eine Trainingseinheit bleibt dem Österreicher, entsprechend könne er nicht viel ändern. Und so wolle er trotz einer klaren Philosophie seine Spieler nicht mit zu vielen Informationen überladen. Allerdings hat er sich am Mittwochabend die 1:3-Niederlage bei Tottenham angeschaut und gesehen, dass sein Team zu einfache Gegentore kassiere. Entsprechend wird der Fokus zunächst auf der Defensive liegen, ehe er Southampton nach und nach entwickeln möchte.

Allerdings bleibt dazu wenig Zeit, die Premier League legt keine Pause ein, bis zum 2. Januar stehen insgesamt sechs Spiele an. Bis dahin wird er seinen Kader, den er als zu groß empfindet, auf Herz und Nieren geprüft haben. Geld für Neuzugänge ist ebenfalls da.

Die Fans sind nach der erste Presserunde übrigens bereits in großer Zahl positiv gestimmt. Die Kommentare klingen hoffnungsfroh. Und auch der Humor gefiel. "Ich hoffe, ich werde nicht gleich auf den ersten Eisberg auflaufen, der auf mich wartet", scherzte Hasenhüttl, dem bei Southampton als erstes die Titanic einfiel, die aus dem dortigen Hafen 1912 mit dem bekannten Ende auslief.