Argentinier verbittet sich Zidane-Vergleiche - spielt Vinicius?

Solari und die "zwei Eier" für "Champions und Krieger"

Stets ein smartes Lächeln auf den Lippen: Santiago Solari.
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"Eier, wir brauchen Eier." Wer kennt es nicht, das berühmte Zitat von Bayern-Keeper Oliver Kahn aus der Saison 2003/04. Übersetzt soll diese eigenwillige Metapher heißen: couragiert auftreten, mutig sein. Ähnliche Worte wählte nun auch Solari am Dienstagmittag. "Der Plan ist: nach Melilla fahren und mit zwei Eiern spielen", sagte ein sehr entschlossen wirkender Solari, der aber auch ein ständiges Lächeln auf den Lippen trug.

"El Indiecito" (der kleine Indianer) würde, das war ihm anzumerken, nur allzu gerne Chef bleiben. Ausgeschlossen ist das nicht, auch weil er mit Florentino Perez einen prominenten Fürsprecher hat . Und: Er wäre nicht der erste Trainer, der den Weg über die zweite Mannschaft geht - zuletzt tat das Zinedine Zidane. "Lasst Zizou in Frieden", verbot der Argentinier jedoch sämtliche Vergleiche. "Zidane ist einer der Größten der Vereinshistorie, man kann ihn nicht beschreiben. Man muss ihn in seiner Größe in Ruhe lassen."

Erst Melilla, dann Valladolid - mit Vinicius?

Im spanischen Blätterwald ist man sich nicht so recht einig, ob der 42-Jährige wirklich das Zeug zu einem Weg wie Zizou hat. "Solari kennt den Weg", schrieb die Marca, "Zidane hat ihn errichtet." "Solari, bis ein anderer auftaucht", titelte hingegen die AS am Dienstag. Dass er sein erstes Pflichtspiel gewinnen wird, daran besteht hingegen kaum ein Zweifel. Pokalgegner Melilla (19.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de und im Stream bei DAZN) ist Drittligist, eine dankbare Aufgabe zum Debüt. Ein härterer Brocken würde am Samstag warten, dann wird der Tabellensechste Valladolid (seit sechs Spielen ungeschlagen) vorstellig im Bernabeu.

Ein Ass könnte Solari dabei aus dem Ärmel ziehen: Vinicius. Lopetegui schickte den 45-Millionen-Youngster gleich mal zur zweiten Mannschaft und damit in die Obhut von Solari. Eine Entscheidung, mit der er sich wenig Freunde machte. Solari hielt sich bedeckt, was einen Einsatz des Brasilianers angeht. "Vini ist nur ein weiterer Spieler", sagte er über den 18-Jährigen, "er ist ein junger Kerl und sehr talentiert." Allerdings gebe es in der ersten Mannschaft auch keine Spieler, die nicht auf hohem Niveau seien. Damit sprach er der Vereinsführung sicherlich aus der Seele. Die hatte bei der Pressemitteilung bezüglich der Lopetegui-Entlassung auf subtile Weise herausgestellt, wie gut doch der Kader sei. Die Marca stufte die Passage als "beschämend" ein .

"Eine Mannschaft aus Champions und Kriegern"

Ob Solari mehr aus dem Kader herausholen kann als Lopetegui? Ihm ist jedenfalls nicht bange. "Das Team ist angeschlagen, aber heiß darauf loszulegen und die Situation zu ändern." Die Mannschaft bestehe "aus Champions und Kriegern", fand der Kunst- und Literatur-Fan, der Schach und Theaterbesuche zu seinen Hobbys zählt, die nächste Metapher.

Übrigens: Bei Kahn klappte der legendäre "Eier-Weckruf" nicht besonders gut. Werder Bremen holte das Double.