Liverpool muss gegen ManUnited Mané ersetzen

Klopps verpasste Party und seine Bitte an die Liga

Wegweisendes Topspiel: Für Jürgen Klopp und Liverpool läuft es noch nicht rund.
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Schon wieder muss Jürgen Klopp in dieser Saison auf Sadio Mané verzichten - und diesmal auch länger als nach dessen Rotsperre. Auf jenen offensiven Wirbelwind, ohne den Liverpool nur 46,2 Prozent seiner Spiele gewinnt. Ohne den Liverpool durchschnittlich 0,6 Tore weniger erzielt. Und ohne den Liverpool auch 0,4 Punkte weniger holt.

"Gott sei Dank können wir auch ohne Sadio noch Fußball spielen", findet Klopp trotzdem, als er sich am Freitag mal wieder zur Verletzungsplage bei den Nationalmannschaften äußern durfte. "Andere Vereine werden ja auch nicht verschont. Natürlich hätten wir Sadio gerne dabei, aber so ist es jetzt halt."

Was den 50-Jährigen dafür viel mehr beschäftigt, ist die kurze Vorbereitungszeit mit dem gesamten Kader für das Topspiel gegen Manchester United am Samstag (13.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) - die Brasilianer Philippe Coutinho und Roberto Firmino waren erst am Donnerstag zurückgekehrt. Wenigstens im "komfortablen" Privat-Jet.

"Es ist ein großes Spiel", meinte Klopp. "Ich würde die Premier League darum bitten, uns mehr Zeit zur Vorbereitung zu geben. Wir hatten beide nur zwei Tage." Wäre das Spiel am Sonntag, hätten seine Mannen hingegen nur zwei Tage Regenerationszeit vor dem Champions-League-Auswärtsspiel am Dienstag in Maribor.

"Wenn der Klub mich jetzt entlassen würde, gäbe es glaube ich nicht viele Trainer, die den Job besser machen würden als ich."

Jürgen Klopp zu seinen zwei Jahren als Liverpool-Trainer

Wie er aber schon selbst erkannte, ist die Lage auch beim Gegner nicht entspannter. Noch dazu befände sich United "in viel besserer Verfassung" als vor dem Duell in der letzten Saison (0:0). "Wir wissen um ihre Qualitäten."

Besagte Qualitäten beziehen sich auch in diesem Jahr Mourinho-typisch auf eine stabile Defensive (nur zwei Gegentreffer, Liverpool schon 13) und relativ Mourinho-untypisch auf einen brandgefährlichen Angriff (22 Treffer) um Sturmtank Romelu Lukaku, der laut Klopp schon bei Everton weltklasse gewesen sei und jetzt "noch einen Schritt nach vorne gemacht hat".

Er sei sich bewusst, was da auf ihn und sein Team zukäme. Das spielstarke Mittelfeld und Zielspieler Lukaku in der Spitze. Besonders die tief- und kompakt stehende Abwehr ist jedoch das, was dem konterstarken Liverpool in der Regel nicht bekommt. Die Schwächen in der Spielgestaltung zeigten sich wiederholt gegen kleinere Teams der Liga, als die Reds beispielsweise gegen Burnley nicht über ein Remis hinausgekommen waren. ManUnited wird wohl ähnlich agieren.

Woran es bei Liverpool immer wieder hapert

Ein Manko, das Klopp häufig angekreidet wird. Zwei Jahre ist der ehemalige Dortmunder seit Sonntag Liverpool-Trainer, die Bilanz spricht nicht unbedingt für ihn. Nur 38 seiner 75 Premier-League-Spiele hat er gewonnen. Die Quote (50,67%) ist schlechter als die von Vorgänger Brendan Rodgers (54,67%) - also ausbaufähig.

"Es war keine Party", blickt auch Klopp kritisch zurück. Aber: "Wir mussten uns verbessern, um in die Situation zu kommen, in der wir jetzt sind. Wenn der Klub mich jetzt entlassen würde, gäbe es glaube ich nicht viele Trainer, die den Job besser machen würden als ich."

Das Duell mit dem ewigen Rivalen und Rekordmeister ist für Liverpool ein wichtiger Prüfstein. "Es ist unser Stadion, es ist Anfield, das erste Spiel mit dem Kenny Dalglish Stand (neue Tribüne wird eingeweiht, d. Red.) und eines der größten Spiele weltweit. Wir wollen diese Kraft nutzen." Andernfalls wären die Hoffnungen auf den Meistertitel bei zehn Punkten Rückstand auf United vielleicht schon dahin.