67-Jähriger vor seinem letzten Spiel als Bundestrainer

Hrubesch: "Wenn ich 60 wäre, würde ich weitermachen"

Für ihn steht das letzte Spiel als Trainer an: Horst Hrubesch.
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...seinen Abschied vom DFB: Ich glaube, es ist ein guter Zeitpunkt. Ich kann dann das machen, was ich schon immer wollte. Wenn ich irgendwo angestellt bin, kann ich ja schlecht mal zwei Monate wegbleiben. Das funktioniert nicht. Ich wäre ja schon lange in Ruhestand, wenn die Frauen nicht dazwischen gekommen wären. Das ist ja auch kein endgültiger Abschied. Ich werde ja auch zur WM nach Frankreich kommen und mir die Spiele angucken.

...seine Zeit bei der Nationalmannschaft: Es hat riesigen Spaß gemacht! Wenn ich 60 wäre, würde ich weitermachen. Die Übergangslösung war der richtige Weg. Das sieht man auch an den Mädels, die wieder Selbstvertrauen haben und sich einbringen. Es ist eigentlich gut gelaufen. Aber die Spielerinnen wissen auch, dass sie Luft nach oben haben. Da geht noch einiges bis zur Weltmeisterschaft. Die Mannschaft hat die Qualität. Und den Schwung, den wir jetzt haben, müssen wir zur WM mitnehmen.

...seinen Start bei der Nationalmannschaft: Entscheidend war, dass ich von der Mannschaft toll aufgenommen wurde. Das war auch der wichtigste Faktor dafür, dass wir die WM-Qualifikationsspiele so toll absolviert haben. Das einzige Problem war und ist, dass wir zu wenig Tore geschossen haben.

...die Probleme des Frauenfußballs: Leider hat der Frauenfußball nicht die Zuschauerzahlen und Präsenz in den Medien, der ihm eigentlich zusteht. Die Qualität, die geboten wird, hat es verdient, anders wahrgenommen zu werden. Das muss man einfach sagen und das wünsche ich den Mädels auch. Wir müssen einen Weg finden und gucken, was wir dafür tun können, dass die Zuschauerzahlen wieder steigen. Vielleicht müssen wir andere Eintrittspreise nehmen? So wie in England, da zahlen die Zuschauer nur ein Pfund Eintritt. Hier könnten es ein oder zwei Euro sein.

...die Verantwortung der Spielerinnen: Ich gebe den Spielerinnen gerne Verantwortung, sie müssen das aber auch rechtfertigen. Almuth Schult, Alexandra Popp, Dzsenifer Marozsan oder Svenja Huth müssen Verantwortung übernehmen. Sie sind dafür verantwortlich, dass die Mannschaft funktioniert. Wir sind auch nicht von einer Spielerin abhängig. Ich habe nie über den Ausfall von Dzsenifer Marozsan geklagt. Wir können auch ohne sie spielen. Wenn wir sagen, dass es ohne eine bestimmte Spielerin nicht geht, dann haben wir die falsche Denkweise. Es geht um immer nur um das Ganze.

...die Übergabe an Martina-Voss-Tecklenburg: Ich kann Martina vielleicht kein bestelltes, aber zumindest ein gutes Feld übergeben. Darauf kann sie gut aufbauen. Martina ist ja jetzt schon durch meine Co-Trainerin Britta Carlson über alles informiert, was wir machen. Deshalb wird es ein nahtloser Übergang sein.