Deutsche Nationalelf-Kapitänin spricht über ihre Lungenembolie

Marozsan: "Ich sehe jetzt alles etwas gelassener"

Im Kreis der Nationalelf zurück: Dzsenifer Marozsan.
© picture alliance

In den beiden WM-Qualifikationsspielen Anfang September auf Island und den Färöer sowie im Test gegen Österreich im Oktober musste die Mannschaftsführerin pausieren. Auch in den zwei Testspielen gegen Italien am Samstag und am Dienstag gegen Spanien wird Marozsan auf eigenen Wunsch nicht zum Einsatz kommen. "Definitiv nicht." Sie möchte erstmal nur wieder dabei sein im Kreis der Nationalmannschaft, am Training teilnehmen. Mehr nicht. "Ich genieße es, wieder bei der Mannschaft zu sein und fühle mich wieder gut", freut sich die 26-Jährige, die nach eigenen Angaben aktuell bei etwa 60 bis 70 Prozent ihres Leistungsvermögens angekommen ist. Eine Lungenembolie, die sie am 12. Juli erlitten hatte, setzte die Mittelfeldspielerin von Olympique Lyon für drei Monate außer Gefecht.

"Mir fehlt in vielen Momenten aber noch die Leichtigkeit im Spiel. Das kommt langsam zurück."

Dzsenifer Marozsan

"Ich habe mir eine Thrombose zugezogen, die ich aber nicht bemerkt habe und der Thrombus ist in die Lunge gewandert", erzählt Marozsan. Die Lungenembolie trat auf, als Marozsan in der Sommerpause bei ihren Eltern in Saarbrücken war. "Ich hatte starke Schmerzen in der Schulter, die immer schlimmer wurden und in den Brustkorb gewandert sind. Atemnot kam auch noch dazu", berichtet sie. "Beidseitige Lungenembolie" wurde im Krankenhaus im französischen Saargemünd diagnostiziert - eine niederschmetternde Diagnose. "Bis dahin wusste ich gar nicht, was das ist", erzählt die Nationalspielerin. "Wichtig war festzustellen, wodurch diese Lungenembolie verursacht wurde. Es war das viele Reisen und ich habe die Anti-Baby-Pille genommen, daher kam es. Wäre es nicht festgestellt worden, hätte ich länger pausieren müssen."

Pflichtspiel-Comeback gegen Ajax

Im Oktober konnte die Edeltechnikerin wieder ins Mannschaftstraining beim französischen Serienmeister einsteigen und feierte am 17. Oktober im Champions League-Spiel gegen Ajax Amsterdam ein dreißigminütiges Comeback. "Es war schön, das Vertrauen des Trainers zu bekommen. Mir fehlt in vielen Momenten aber noch die Leichtigkeit im Spiel. Das kommt langsam zurück. Da muss ich Geduld haben. Ich sehe jetzt alles etwas gelassener."

Gute Atmosphäre

Dass die deutsche Mannschaft auch ohne ihre Kapitänin die Qualifikation für die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Frankreich (7. Juni bis 7. Juli) schaffen würde, stand für Dzsenifer Marozsan nicht infrage: "Sie haben einen tollen Job gemacht. Ich habe gewusst, dass sie die Qualifikation auch ohne mich schaffen. Daran hatte ich nie Zweifel. Jetzt können wir uns auf die WM vorbereiten." Die WM in ihrer Wahlheimat Frankreich ist ihr großes Ziel. "Es wird eine richtig gute Atmosphäre. Die Leute haben richtig Bock darauf." Und Dzsenifer Marozsan auch.