Schalke-Trainer baut auch auf Stevens' Erfahrungen

Wagner: "Ich weiß genau, was dieser Verein ist"

Erst Spieler, jetzt Trainer: Schalkes Eurofighter David Wagner.
© imago images (2)

"Ja, machen!" Das sagte Wagners Familie, als das Angebot der Gelsenkirchener ins Haus flatterte, wie er selbst im Interview mit Schalke-TV erzählt. Sein Werdegang ist nicht gerade stringent, vielmehr turbulent - insbesondere wegen seiner Trainerstation Huddersfield. Nun soll etwas Ruhe und Häuslichkeit einkehren, auch deswegen entschied er sich für eine Rückkehr in die Heimat. "England ist okay, vor allem ist das fußballerisch natürlich eine große Nummer. Aber wenn man mal vier Jahre im Ausland gelebt hat, merkt man auch mal, wie schön Deutschland ist", sagt der Vater zweier Töchter.

Wagner kehrt in eine Region Deutschlands zurück, in der er bereits Freunde gefunden hat, in der er die Mentalität der Menschen kennt. Von 1995 bis 1997 spielte er als Aktiver bei S04, danach noch zwei Jahre beim FC Gütersloh. Doch für jeden x-beliebigen Klub wäre er nicht zurückgekehrt. "Ich weiß genau, was dieser Verein ist. Wo der Erstkontakt kam, wusste ich: Ja, das will ich machen."

In den Planungen "mittendrin"

Die Ausgangslage, sie ist natürlich prekär. Hinter Schalke liegt eine Saison zum Vergessen, ganze 33 Punkte reichten letztlich für den Klassenerhalt. In so mancher Saison (zuletzt 2014/15) wäre S04 mit einer derartig geringen Ausbeute abgestiegen. Mit Eurofighter Wagner sollen die denkwürdigen Momente zurückkehren. Wie er das bewerkstelligen will? In den Planungen sei Wagner jedenfalls schon "mittendrin", auch wenn er sich noch einen Überblick verschaffen müsse, um ein Gesamtbild zu bekommen. Über Personalien verlor Wagner wohl auch deswegen noch kein Wort. Bauen wird er sicherlich auf die Eindrücke von Vorgänger Huub Stevens, der Niederländer sei bereits eine große Hilfe gewesen. "Da habe ich ganz große Hoffnungen, dass wir von seinen Erfahrungen profitieren werden."

Besonders freut sich Wagner auf das erste Heimspiel, aber auch auf simple Dinge wie die Spielergespräche oder die Planungen für das Trainingslager. Dass er nach seiner halbjährigen Auszeit - Wagner verabschiedete sich im Januar freiwillig aus Huddersfield - wieder das Interesse am Fußball verloren hat, wie damals bei seiner Studienzeit, darüber brauchen sich die Schalker keine Sorgen zu machen. Bei der Pause ging es für Wagner vielmehr darum zu "reflektieren und sich weiterzubilden. Das war nie die Geschichte von Frische oder Lust."