Ex-Mainzer zu Gast an alter Wirkungsstätte

Soto will auch mit 38 "noch weiterspielen"

Er will immer noch nicht in Rente gehen: Ex-Mainzer Elkin Soto.
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kicker: Herr Soto, die wichtigste Frage zuerst, was macht Ihr Knie?

Elkin Soto: Dem geht es gut. Ich bin nach wie vor Fußballprofi, spiele für Once Caldas. Dass es nicht so viele Saisonspiele waren, fünf von 19, hat aber nichts mit Verletzungen zu tun. Die Konkurrenz im Team ist einfach groß.

kicker: Mit 38 Jahre sind andere Fußballer längst in Rente ...

Soto: ...mein Vertrag läuft bis Mitte Juni. Vielleicht hänge ich noch eine Saison dran. Wir müssen uns zusammensetzen und besprechen, was der Verein möchte, ich möchte auf jeden Fall weiterspielen.

kicker: 2015 erlittenen Sie im Spiel gegen den HSV einen Totalschaden im Knie, bereitet das Gelenk Probleme?

Soto: Gott sei Dank nicht, trotz der wirklich schweren Verletzung. Der Arzt hat damals einen tollen Job gemacht und die Physiotherapeuten in Mainz ebenfalls. Wenn ich die Videobilder von dem Spiel sehe, wird mir immer noch ganz anders. Ich bin glücklich, dass ich heute ganz normal mit meinen Töchtern spazieren gehen und sogar wieder Fußballspielen kann.

kicker: Was ist, wenn aus dem Weiterspielen nichts wird?

Soto: Ich habe meine Ausbildung zum Fußballtrainer fast fertig.

kicker: Über welches Niveau sprechen wir?

Soto: In Deutschland könnte ich mit dem Trainerschein bis zur Regionalliga und A-Junioren-Bundesliga trainieren, in Südamerika ist es weniger streng.

"Es sind schöne Erinnerungen."

Elkin Soto über den Aufstieg

kicker: Wie oft sind Sie in Mainz?

Soto: Einmal im Jahr vielleicht. Im Januar 2018 war ich zur Kontrolluntersuchung beim Arzt, das Jahr davor beim Abschiedsspiel von Nikolce Noveski. Jetzt bleibe ich fast eine Woche hier. Ich komme immer gerne, ich habe schließlich knapp zehn Jahre hier gelebt und viele Freunde in Mainz.

kicker: Der FSV-Aufstieg ist genau zehn Jahre her, haben Sie die Bilder noch vor Augen?

Soto: Na klar, im letzten Spiel gelang uns ein 4:0 gegen Rot-Weiß Oberhausen. Fast noch wichtiger war das 2:0 am 33. Spieltag bei der SpVgg Greuther Fürth, als mir ein Tor gelungen ist. Es sind schöne Erinnerungen. Seitdem ist Mainz 05 ununterbrochen in der Bundesliga, das ist super für den Verein, die Fans und die Stadt, und es macht mich glücklich, dabei mitgeholfen zu haben.

"Wir telefonieren ab und zu, zuletzt nach dem Champions-League-Halbfinale."

Elkin Soto über Jürgen Klopp

kicker: Zu wem haben Sie von Kolumbien aus den meisten Kontakt?

Soto: Zu Jürgen Klopp, der mich im Januar 2007 nach Mainz geholt hatte. Wir telefonieren ab und zu, zuletzt nach dem Champions-League-Halbfinale. Auch zu Thomas Tuchel und seinem Co-Trainer Arno Michels besteht Kontakt.

kicker: Und zu Spielern?

Soto: Da lief es eher über die Südamerika-Fraktion, die seit dem Weggang von Pablo De Blasis nicht mehr vorhanden ist.