Hannover: Warum 96 nach Ingolstadt blickt

Torwart-Puzzle mit Tschauner

Absolvierte über 200 Zweitliga-Spiele: Von Hannover nach Ingolstadt verliehene Philipp Tschauner.
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Am letzten Spieltag, beim 1:2 in Düsseldorf, kam Hannovers Ersatzmann Samuel Sahin-Radlinger zu seinem ersehnten Bundesliga-Debüt zwischen den Pfosten. Lange hatte der 26-Jährige darauf warten müssen. In den 90 Minuten konnte er sich mit Glanzparaden auszeichnen und sich so für eine mögliche Vertragsverlängerung bewerben. Diese kann sich der Österreicher vorstellen: "Ich bin seit acht Jahren in Hannover, habe vom Europapokal bis hin zum Abstieg wirklich alles miterlebt und fühle mich immer noch sehr wohl hier."

Das Debüt wäre ohne sein Konkurrenten Michael Esser nicht möglich gewesen. Der 96-Stammkeeper hatte ihm zuvor freiwillig den Vortritt überlassen. "Samy macht über die Jahre hinweg einen super Job und hat sich das einfach verdient", begründete der 31-Jährige, der trotz des Abstiegs mit überragenden Leistungen auf sich aufmerksam machen konnte, vorige Woche seine Entscheidung.

Vereinbarte Kaufoption in Höhe von 300.000 Euro

Nach seiner guten Saison möchte Esser gerne in der 1. Liga bleiben. Zeitweise galt Düsseldorf als heißester Kandidat, ihn zu verpflichten. Doch der Deal scheiterte, weil die Fortuna Hannovers Mindestforderung für Esser von rund zwei Millionen Euro nicht zahlen wollte. Esser signalisierte allerdings auch, keine Probleme damit zu haben, seinen bis 2020 laufenden, auch im Unterhaus gültigen Kontrakt in Hannover zu erfüllen. Damit wäre er ein weiteres Teil im Torwart-Puzzle des Klubs. In dieser Hinsicht blicken sie bei 96 auf die an diesem Freitag (18.15 Uhr, LIVE! bei kicker.de) beginnende Zweitliga-Relegation zwischen Drittligist Wehen Wiesbaden und dem FC Ingolstadt, an den Hannover im Winter seinen damaligen Reservekeeper Philipp Tschauner für eine Gebühr von 90 000 Euro ausgeliehen hatte. Wenn Ingolstadt mit Tschauner über den Umweg in der 2. Liga die Klasse hält, greift die vereinbarte Kaufoption in Höhe von 300.000 Euro.

Vier Torhüter wären wohl einer zu viel

Ansonsten herrscht Ungewissheit. Scheitern die "Schanzer" und steigen ab, kehrt der 1,96-Meter große Schlussmann formal wieder zurück zu den Niedersachsen - und könnte eine Verlängerung mit Sahin-Radlinger infrage stellen.

Vier Torhüter wären wohl einer zu viel für Hannovers Zweitliga-Kader. Die Zukunft soll dort dem talentierten Leo Weinkauf gehören. Der 22-Jährige verpasste in der abgelaufenen Regionalligasaison keine einzige Minute mit der 96-Reserve.