Düsseldorf: Findet sich doch noch eine Lösung?

Rolle rückwärts: Funkel vor Vertragsverlängerung

Bleibt er nun doch über den Sommer hinaus? Fortuna-Coach Friedhelm Funkel.
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"Wir haben uns gestern Abend noch einmal zusammengesetzt, um in Ruhe über alles zu reden", erklären Fortunas Vorstandsvorsitzender Robert Schäfer und Friedhelm Funkel, "dabei ist uns bewusst geworden, dass zwei Dickköpfe zu sehr auf ihren Positionen beharrt haben. Das war ein Fehler. Im Interesse von Fortuna Düsseldorf werden wir gemeinsam diesen Fehler korrigieren."

Beide Parteien hätten sich verabredet, in der kommenden Woche miteinander zu reden und vor dem Spiel in Augsburg (Samstag, 15.30 Uhr) eine Einigung zu erzielen, hieß es in einer Pressemitteilung am Samstagmorgen. "Ich bin nicht nachtragend", sagte Funkel vor der Abreise nach Düsseldorf. "Jetzt habe ich eine gute Verhandlungsposition, aber das werde ich nicht ausnutzen."

Am Freitag hatte Vereinsboss Robert Schäfer noch betont, die Entscheidung gegen Funkel werde von allen Gremien des Vereins getragen. Nun wurde Schäfer mit seiner einsamen Entscheidung wieder zurückgepfiffen. Möglich, dass interne Konsequenzen drohen. Und auch Sportvorstand Lutz Pfannenstiel gibt in dieser Causa kein gutes Bild ab.

"Es gab eine große Sympathiewelle, die mich erreicht hat. Es hat Dimensionen angenommen, die ich nie für möglich gehalten habe."

Friedhelm Funkel

Gleich nach der Bekanntgabe haben sich Teile der Fortuna-Fans organisiert und sogar eine Petition zum Verbleib des Trainers gestartet. "Es gab eine große Sympathiewelle, die mich erreicht hat", erklärte Funkel. "Es hat Dimensionen angenommen, die ich nie für möglich gehalten habe."

Funkel hatte die Düsseldorfer im März 2016 übernommen, 2018 führte er den Verein nach fünf Jahren wieder in die Bundesliga. Dort belegt die Mannschaft nach der Hinrunde den 14. Platz, zuletzt gab es sogar drei Siege nacheinander.

Der 65-jährige Funkel hatte in den Vertragsverhandlungen selbst vorgeschlagen, nur im Falle des Klassenerhalts bleiben zu wollen. Der Vorstand jedoch wollte erst die sportliche Entwicklung in der Rückrunde abwarten. Die angekündigte Trennung hatte besonders im Fortuna-Fanlager für heftige Proteste gesorgt.

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