Bender-Verletzung: Kleines Fragezeichen hinter Gladbach-Einsatz

Nach gelungenen Tests: Bosz wirbt um Geduld

Nicht unzufrieden mit der Entwicklung: Peter Bosz.
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Die Zwischenbilanz von Peter Bosz nach seiner ersten Woche als Werkself-Trainer und drei Testspielen fiel positiv aus. So erklärte der Niederländer nach dem 3:1-Sieg seiner vermeintlichen Erstbesetzung gegen PEC Zwolle und dem direkt anschließendem 4:2-Erfolg seiner zweiten Elf gegen Preußen Münster: "Normalerweise würde ich sagen: Ich bin sehr zufrieden, aber leider ist Sven eine Minute vor Spielende vom Spielfeld gegangen. Wir müssen sehen, wie es kommende Woche mit ihm geht." Denn Abwehrchef Sven Bender hatte kurz vor Schluss des Zwolle-Spiels den Platz angeschlagen verlassen. Der 29-Jährige war umgeknickt und wurde am Samstagvormittag untersucht. Mit dem Ergebnis: Es liegt keine schwerwiegende Verletzung des Sprunggelenks vor, dennoch ist sein Einsatz gegen Borussia Mönchengladbach noch nicht endgültig gesichert. Hinter seinem Mitwirken steht noch ein kleines Fragezeichen.

Abgesehen von Benders Blessur sah Bosz in der Abwehr positive Entwicklungen. "Wir haben versucht die Dinge, die wir im ersten Test nicht so gut gemacht haben, besser zu machen. Zum Beispiel den Aufbau von hinten heraus. Das hat im ersten Testspiel zu lange gedauert. Gegen Zwolle war das schon viel besser", lobte der Trainer, der aber trotz Fortschritten noch genügend Steigerungspotenzial sah. "Ich habe diesmal schon bessere Sachen gesehen, aber es gab auch wieder Sachen, die wir verbessern müssen", sagte Bosz allgemein, um eine Problematik konkret zu benennen: nämlich vier gute Abschlussmöglichkeiten der Gäste in den ersten zehn Minuten.

"Hatten zu viele Ballverluste"

"Zwolle hat richtig stark angefangen, Druck zu machen, uns früh zu stören. Das haben sie gut gemacht, aber wir haben es nicht gut gemacht." Die Ursachen dafür, dass die Niederländer wiederholt ohne Druck in den Strafraum kombinieren konnten, sprach Bosz ebenfalls an: "Wir haben nicht zu viele Räume gelassen - wir haben zu viele Ballverluste gehabt. Und wenn man den Ball verliert, wird es gefährlich. Wir dürfen vor allem im ersten Drittel den Ball nicht verlieren. Zwolle hat Druck gemacht. Unter diesem Druck haben wir zu viele einfach Fehlpässe gespielt."

Die positive Erkenntnis für den neuen Trainer war, dass dieser Zustand nicht lange anhielt und die Mannschaft sich ab dann unter Druck spielerisch stark aus der Abwehr löste und selbst auf durchaus ansehnliche Art und Weise torgefährlich wurde. "Nach zehn bis 15 Minuten kamen wir besser rein, haben das Spiel bestimmt und habe nachher auch viele Torchancen bekommen. 3:1 ist ein gutes Resultat", so Bosz.

"Wir brauchen Zeit. Das sollten alle verstehen."

Obwohl die positiven Eindrücke am Ende deutlich überwogen, Bayer teilweise hoch presste und nicht nur seine drei Treffer, sondern noch weitere gute Chancen fein herausspielte, warb der Trainer acht Tage vor dem Rückrundenstart gegen Mönchengladbach um Geduld. "Im Sommer hat man normalerweise sechs Wochen - und dann ist es auch schwer nach sechs Wochen schon 100-prozentig da zu sein. Ich hoffe, dass alle verstehen, dass das nach zwei Wochen nicht möglich ist" sagte Bosz, der jedoch die erkennbaren Fortschritte betonte: "Aber ich sehe im Training und auch diesem zweiten Spiel, dass die Spieler besser verstehen, was wir wollen, und auch dass die Spieler besser eingespielt sind." Und dennoch fügte er nochmal an: "Wir brauchen die Zeit. Und dass alles nächste Woche noch nicht hundertprozentig ist, sollten alle verstehen."