Hannover-Boss begrüßt Dialog mit Kartellamt zu 50+1

Kind: "Wir kommen schrittweise voran"

Wertet den Dialog mit dem Bundeskartellamt positiv: Martin Kind.
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"Das Bundeskartellamt will den Dialog, gewünscht sind inhaltlich vernünftige Gespräche", hält Kind fest, "so lässt sich ein Stimmungsbild der unterschiedlichen Denkansätze in den Vereinen schaffen." Anfang Januar hatte sich die Behörde mit einem Schreiben an die 36 Vereine der DFL gewandt und diese aufgefordert, sich zu den derzeit gültigen Lizenzierungsvorgaben zu äußern.

Hintergrund sei das von der DFL eingeleitete Verfahren zur Klärung der Rechtssituation, so Kind. Hannovers Klubboss war im vergangenen Jahr mit seinem Antrag vorerst gescheitert, auf Basis des 50+1-Kompromisses per begründeter Ausnahme mehrheitlich die Anteile der Hannover 96 GmbH & Co KGaA, dem Lizenznehmer bei der DFL, zu übernehmen. Seinerzeit hatte die DFL angekündigt, die Sachlage im Bestreben um Rechtssicherheit auch unabhängig kartellrechtlich prüfen zu lassen.

"Wir kommen schrittweise auf allen Feldern voran", bewertete Kind den nun erfolgten Schritt der 6. Beschlussabteilung des Kartellamtes und blickt dem im März erwarteten Ergebnis der Befragung optimistisch entgegen: "Die Einschätzung des Kartellamtes kann zwar nicht rechtsbindend sein, sie wird aber eine deutliche Außenwirkung haben und uns damit quasi wie ein Gesetz vorkommen." Der 74-Jährige merkte aber auch kritisch an, dass das Prozedere bereits viel früher hätte eingeleitet werden können. "Mein Vorwurf geht an die DFL, dass entsprechende Schritte nicht schon 2011 im Zuge des damals gefundenen Kompromisses zum 50+1 eingeleitet worden sind."