BVB-Trainer lässt sich wieder einmal nicht in die Karten schauen

Schweizer Riegel: Favres Journalisten-Catenaccio

Gab sich erneut wenig auskunftsfreudig: BVB-Coach Lucien Favre.
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Sieben Spieler hatten am Montag die Reise zum letzten Gruppenspiel der Champions League nach Monaco nicht mit angetreten . Fünf aus Verletzungsgründen (Marco Reus, Thomas Delaney, Lukasz Piszczek, Jacob Bruun Larsen und Dan-Axel Zagadou), einer aus Gründen der Schonung (Axel Witsel), einer wegen eines Trauerfalls in der Familie (Jadon Sancho). Wie es um die fünf angeschlagenen Spieler steht, wollte Favre partout nicht verraten.

Der wegen seiner außergewöhnlichen fußballerischen Kompetenz und seiner höflichen Umgangsformen allerorten zurecht geschätzte Trainer hat in Dortmund eine Art von Journalisten-Catenaccio erfunden, ein rein sportlich längst aus der Mode gekommenes Synonym für äußerst defensiven, manche sagen: destruktiven Fußball. Man könnte im Hinblick auf seine eidgenössische Herkunft auch vom Schweizer Riegel sprechen, den Favre installiert hat, um die Öffentlichkeit auf Abstand zu halten.

Frage: Wie sieht es bei den Spielern aus, die nicht mit nach Monaco geflogen sind?

Favre: Drei haben trainiert, zwei andere noch nicht.

Frage: Wer sind die drei?

Favre: Ich kann nicht alles sagen. Zwei haben einen Teil gemacht, 15 Minuten, und dann sind sie wieder in die Kabine. Es war zu früh.

Ende der Durchsage.

Delaney bricht Training ab - Sahin wird noch verabschiedet

Einer von den beiden Spielern, die das Training abgebrochen haben, ist Thomas Delaney. Das räumte Favre später in einem anderen Kontext ein. Bei dem Mittelfeld-Akteur hängt das Wiedersehen mit seinem früheren Arbeitgeber Bremen offenbar am seidenen Faden. Nuri Sahin, der angesichts schwindender Perspektiven kurz vor Transfer- und Toresschluss am 31. August von der Borussia noch zu Werder wechselte, soll am Samstag (Anstoß 18.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) im Signal Iduna Park noch offiziell verabschiedet werden.

"Positiv überraschend": Die Herbstmeisterschaft ist schon möglich

Schon am drittletzten Hinrunden-Spieltag kann sich der weiter ungeschlagene BVB die Herbstmeisterschaft sichern. Dass der Tabellenvierte der Vorsaison zu diesem Siegeszug ansetzte, bezeichnete Sportdirektor Michael Zorc mit immer leichter Freude als "nicht vorhersehbar" und "positiv überraschend". Es habe sich ausgezahlt, dass man sich bei der Borussia "nie mit übergeordneten Zielen" beschäftigt, sondern eine Politik der "kleinen Schritte" betrieben habe: "Wir haben uns auf jedes Spiel neu konzentriert." Alles andere gehe "in die falsche Richtung".

Angetan zeigte sich Zorc davon, dass die wenig schmeichelhaft als "B-Elf" titulierte BVB-Formation in Monaco einen souveränen 2:0-Sieg davontrug. "Wir haben trotzdem unseren Fußball gespielt", lobte er, "es hat nicht alles perfekt funktioniert. Wir versuchen immer, Struktur in unser Spiel zu bringen. Wir versuchen, dass wir nach vorn spielen, dass wir Ballbesitz haben und dass wir uns Chancen herausspielen. Die Mannschaft bleibt immer hungrig."