Haller könnte in Berlin für ein Novum sorgen

Jovic gelingt, was seit Gerd Müller keiner schaffte

Wandelt auf Gerd Müllers Spuren: Frankfurts Luka Jovic.
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Es ist schon ein paar Tage her, dass zwei Eintracht-Profis am Saisonende auf eine zweistellige Trefferzahl kamen. Zuletzt gelang das Alex Meier (19) und Haris Seferovic (10) in der Spielzeit 2014/15. Doch nun ist die Chance groß, dass erstmals überhaupt zwei Spieler der Frankfurter schon in der Hinrunde zweistellig treffen. Haller hat dafür immerhin noch vier Spiele Zeit, vor Weihnachten treffen die Hessen in der Liga noch auf Hertha BSC (A), Leverkusen (H), Mainz (A) und Bayern (H). Bemerkenswert: An 29 der 30 Saisontore war immer mindestens ein Spieler aus dem Sturm-Trio Haller, Jovic und Ante Rebic beteiligt. Überhaupt erst zweimal hatte Frankfurt nach 13 Spieltagen häufiger getroffen: 1974/75 war das Konto mit 38 Toren am prallsten gefüllt, 1993/94 standen 32 Treffer zu Buche.

Haller glänzt auch als Vorbereiter

Haller ist übrigens nicht nur ein guter Schütze, sondern auch als Vorbereiter ungemein wertvoll. Allein in der Liga leistete er bereits acht Assists, auf die gleiche Anzahl kommt aktuell BVB-Youngster Jadon Sancho. Seit der kicker die Assists erfasst (1988/89), gaben nur fünf Spieler zu diesem Zeitpunkt mehr Vorlagen: Douglas Costa (12 Assists, 2015/16), Kevin De Bruyne (2014/15), Mesut Özil (2009/10), Diego (2006/07) und Fabian Ernst (2003/04) kamen nach 13 Spielen jeweils auf neun Vorlagen.

Erstaunliche Statistiken gibt es auch zum erst 20 Jahre alten Jovic. Der einzige Spieler außer ihm, der jünger war als 21 Jahre und nach 13 Partien schon zehnmal getroffen hatte, war Torjägerlegende Gerd Müller; der schaffte dieses Kunststück 1965/66 und 1966/67. Saisonübergreifend hat Jovic für Frankfurt bereits 18 Bundesligatore erzielt. Nur Walter Bechtold war bei seinem 18. Tor für die Eintracht mit 20 Jahren und 53 Tagen jünger als der Serbe, der bei seinem Treffer gegen Wolfsburg exakt 20 Jahre und 344 Tagen alt war.

Hölzenbein und Wenzel als Vorbilder

Um in die Fußstapfen von Bernd Hölzenbein und Rüdiger Wenzel zu treten, werden sich Haller und Jovic allerdings noch strecken müssen. Zum ersten und einzigen Mal trafen in Person von Hölzenbein und Wenzel zwei Eintracht-Spieler in einer Saison mindestens 20-mal. Das war in der Saison 1976/77, Hölzenbein kam am Ende auf 24 Tore, Wenzel auf 20; in der Hinrunde hatte seinerzeit aber allein "Holz" zweistellig getroffen. Dass zwei Spieler eines Klubs noch mehr Treffer markierten, gab es in der Bundesligageschichte nur einmal: 2008/09 traf Grafite für Wolfsburg 28-mal, Edin Dzeko 26-mal. Haller und Jovic können also ganz beruhigt sein, es gibt noch genügend Bestmarken, die sie angreifen können.