Dortmund: Herbstmeisterschaft ausgerechnet gegen S04 möglich

Überrascht Favre Schalke mit einem Systemwechsel?

Hat mehr als nur eine Variante in petto: Dortmunds Trainer Lucien Favre.
© imago

Von den vier Spielern, die die knapp einstündige Einheit am Donnerstag ausließen, muss Trainer Favre wohl nur Dan-Axel Zagadou (Fuß gestaucht) aus seinen Überlegungen streichen. Thomas Delaney und Jacob Bruun Larsen arbeiteten individuell im Kraftraum, Jadon Sancho bekam wegen eines Trauerfalls frei. Marcel Schmelzer, der zuletzt am 26. September beim 7:0 über Nürnberg Spielpraxis sammelte, trainiert zwar wieder mit, rechnet aber nicht mit seinem Einsatz in der Veltins-Arena: "Das Derby als erster Wettkampf kommt zu früh. Es gibt auch keinen triftigen Grund zu wechseln."

Einen Wechsel in der Systematik seiner Mannschaft, die er bisher konsequent und ohne Rücksicht auf die Matchpläne der anderen Seite in einem 4-2-3-1 formierte, hat Favre in seiner Pressekonferenz am Donnerstag zumindest nicht ausgeschlossen. Zuletzt hatten sich die Gegner immer besser auf die Spielweise der Borussia eingestellt. "Sie kennen unser System", sagt Favre, "aber sie sollten nicht vergessen: Wir können unser System auch einmal ändern." Zwei Taktik-Einheiten hinter geschlossenen Türen zu Beginn dieser Woche könnten ein Indiz dafür sein, dass Dortmund die Grundordnung am Samstag (Anstoß 15.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) möglicherweise modifiziert.

Favre seziert Schalke wie unter einem Mikroskop

Favre, der eher einen pragmatischen als einen emotionalen Zugang zum Revier-Derby hat, erhielt in den vergangenen Tagen noch etwas Nachhilfe. "Alle sagen mir, dass das ein sehr wichtiges Spiel ist", verriet der BVB-Trainer, "das fing schon nach der Partie gegen Freiburg an." Wie unter einem Mikroskop hat er Schalke seziert und gewinnt seine Erkenntnisse eher aus dem guten Auftritt der Königsblauen in Hoffenheim (1:1) als aus deren teilweise schwachen Leistungen in den Wochen zuvor. Favres Urteil: "Sie haben mehrere Spieler, die sehr gefährlich sind."

Das Rechnen überlässt Zorc den Journalisten

Dass Dortmund in einer optimalen Ergebniskonstellation schon an diesem Wochenende - und ausgerechnet auf Schalke - die Herbstmeisterschaft unter Dach und Fach bringen kann, lässt Michael Zorc im Vorfeld des Kohlenpott-Klassikers kalt. Der BVB-Sportdirektor nennt als vorrangiges Ziel, das Spiel "bestmöglich zu gestalten", nach bisher 13 Liga-Auftritten ohne Niederlage "unsere weiße Weste zu behalten" und der "besonderen Aufgabe standzuhalten". Das Rechnen überlässt Zorc den Journalisten. "Das", sagt er, "könnt ihr vielleicht sogar besser. Und dann sehen wir weiter."