Bobics Schnäppchen: Kleines Geld, große Leistung

Kostic: Der Traum von der Champions League

Rückwärtsgang: Filip Kostic Bremst hier Augsburgs Marco Richter aus.
© imago

Allzu gute Erinnerungen an das Olympiastadion hat Kostic nicht. In Diensten des VfB Stuttgart und Hamburger SV trat er viermal in Berlin an - und ging jedes Mal als Verlierer vom Feld. "Es ist nicht so leicht, da zu spielen. Hertha hat eine gute Mannschaft", sagt der 26-Jährige. Außerdem ist Berlin aktuell einer der Konkurrenten im Kampf um die internationalen Plätze. Mit einem Sieg könnte die Eintracht Hertha auf sechs Punkte distanzieren und frisches Selbstvertrauen vor dem anspruchsvollen Endspurt mit den Partien gegen Rom (A), Leverkusen (H), Mainz (A) und Bayern (H) tanken.

"Wir müssen kompakter spielen und zur richtigen Zeit treffen", fordert Kostic - und spricht damit die beiden größten Mankos aus dem Spiel gegen Wolfsburg an. In der Partie am vergangenen Sonntagabend waren in zu vielen Situationen die Abstände zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen zu groß; außerdem verpasste es die Eintracht, sich in der starken Anfangsphase mit ein oder zwei Toren zu belohnen. "Wenn wir gewonnen hätten, wären wir auf dem 2. Platz gewesen", ärgert sich Kostic.

Bruchhagen: Kostic, die Pappnase ...

Insgesamt ist er aber guter Dinge und "sehr glücklich" in Frankfurt. Kein Wunder, denn nach einigen schwächeren Spielen zu Beginn zeigt der serbische Nationalspieler mittlerweile konstant ordentliche bis gute Leistungen. Das ist durchaus erstaunlich, wenn man bedenkt, dass er von Trainer Adi Hütter zum offensiven Linksverteidiger umgeschult wurde. Heribert Bruchhagen stellte kürzlich beim HR erstaunt fest: "Kostic, die Pappnase, wie der jetzt nach hinten arbeitet... Ich hatte ihn ja beim HSV eineinhalb Jahre. Auf dem linken Flügel hatte er mal gute und mal schlechte Spiele, aber dass er so intensiv arbeitet, das habe ich nicht gekannt." Der Anfang auf dieser neuen Position sei "nicht so leicht" gewesen, erinnert sich Kostic, betont aber auch: "Ich weiß, dass ich das kann."

Geringe Leihgebühr, Kaufoption über 6,5 Millionen Euro

Schon jetzt ist der serbische Nationalspieler für die Eintracht ein Schnäppchen. Sportvorstand Fredi Bobic handelte im Sommer exzellente Vertragsbedingungen heraus. Für gerade mal 1,2 Millionen Euro lieh der Klub den schnellen wie dribbelstarken Flügelspieler für zwei Jahre vom HSV aus, anschließend kann eine Kaufoption über 6,5 Millionen Euro gezogen werden. Für einen Spieler mit diesen Fähigkeiten ist das kein besonders hoher Betrag. Sollte sich Kostics Traum von der Champions League erfüllen, könnte die Eintracht die Ablöse fast schon aus der Portokasse zahlen.