Präsident über das Spitzenspiel, die PK und Bernat

Hoeneß: "Wir fahren als Außenseiter nach Dortmund"

Gab sich überraschend kleinlaut: Uli Hoeneß.
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Die zweite Hälfte mache Mut, Hoeneß habe "guten Fußball" gesehen, wie er sagt. Ob das für den BVB reichen wird, ließ er offen. "Wir müssen ein gutes Spiel machen und schauen, was rauskommt." In der aktuellen Konstellation, als Tabellendritter, "kann man nicht nach Dortmund fahren und sagen, 'ich will einen Dreier'", so das Kluboberhaupt: "Wir fahren nicht als Favorit nach Dortmund, sondern als Außenseiter seit einer langen Zeit." Demütige Worte statt Kampfansagen oder Giftpfeile.

Diese Einstellung behielt der Präsident auch bei, als er auf die denkwürdige Pressekonferenz vor wenigen Wochen angesprochen wird. Zwar sagt Hoeneß, dass er die "Pressekonferenz im Wesentlichen wieder so machen würde. Die Geschichte letzte Woche im Spiegel hat bewiesen, dass sie dringend notwendig war."

"Ich würde die Pressekonferenz im Wesentlichen wieder so machen. Aber: Es hat mir sehr Leidgetan, Juan Bernat beleidigt zu haben."

Präsident Uli Hoeneß

Allerdings fügt er ein großes Aber hinzu: "Das ein oder andere Wort, das ich benutzt habe, das würde ich nicht wieder so machen. Es hat mir sehr Leidgetan, Juan Bernat beleidigt zu haben." Außerdem stellt Hoeneß klar: "Die Kritik an gewissen Medien gilt nicht für alle, nicht für Journalisten per se, sondern für die, die gemeint waren - und die wissen Bescheid."

Doch zurück zum Sportlichen. Die derzeitigen, durchwachsenen Leistungen seiner Bayern seien für ihn nur eine Momentaufnahme. "Wir lassen uns mit unseren Entscheidungen am Ende der Saison messen", betont Hoeneß, nicht nach zehn Spielen. Man müsse auch "mal Geduld haben". Geduld ist seiner Meinung nach gefragt in puncto Spielweise und auch in Sachen Trainer. Dem kicker sagte der Präsident nach der 0:3-Niederlage gegen Gladbach, dass er Niko Kovac "bis aufs Blut verteidigen" werde. "Und daran hat sich nichts geändert", versichert der Boss.

Meisterschaft? "Wenn's mal nicht so ist, wird der FC Bayern auch nicht untergehen"

Deshalb sehe er auch der Zukunft halbwegs entspannt entgegen, schließlich befinde sich der FCB in einem Jahr des Umbruchs. Doch wie sieht die Gemütslage aus, wenn die Meisterschaft in Gefahr geraten würde? "Wir sind nicht so arrogant, wie ihr alle glaubt", sagt Hoeneß schmunzelnd: "Die Meisterschaft würden wir gerne haben. Wenn's mal nicht so ist, wird der FC Bayern auch nicht untergehen."

"Dortmund kommt zum richtigen Zeitpunkt"

FCB-Präsident Uli Hoeneß

Trotz aller Demut und aller Zurückhaltung ist das Selbstvertrauen nicht verlorengegangen. Nach dem 2:0, so glaubt der Klubchef, "kommt Dortmund zum richtigen Zeitpunkt."