Entscheidungen sollen im März fallen

Elfmeter bei Rückpass? 50 neue Regeln auf dem Prüfstand

"Fremdkörper" in der Freistoß-Mauer: Auch das soll es in Zukunft nicht mehr geben.
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Vom Rückpass über Maßnahmen zur Verhinderung des Zeitspiels bis hin zur Abschaffung des Nachschusses bei Elfmetern: Im März sollen die neuen Regeln auf den Prüfstand gestellt werden.

Das sind die Wichtigsten:

- Bei Freistößen sollen sich Spieler der angreifenden Mannschaft nicht mehr in die Mauer stellen dürfen. Das soll das permanente unsportliche Gerangel verhindern und die Ausführung beschleunigen.

- Nimmt ein Torhüter bei einem unerlaubten Rückpass im Strafraum den Ball auf, soll es Elfmeter statt Freistoß geben. Denn er hat seinen Ausnahmestatus in diesem Fall nicht und ist wie ein Feldspieler zu bewerten, daher liegt ein unerlaubtes Handspiel vor.

- Ein nach einem Foul des Gegners behandelter Spieler soll noch während der Unterbrechung wieder auf den Platz zurückkehren können. Dadurch soll ermöglicht werden, dass er den folgenden Straf- oder Freistoß ausführen kann.

Ausgewechselte Spieler dürfen überall raus

- Ausgewechselte Spieler sollen den Platz in unmittelbarer Nähe ihres Standorts verlassen und nicht auf Höhe der Mittellinie auf Seiten der Trainerbänke. Damit soll die Möglichkeit des Zeitschindens verringert werden.

- Nach einem Abstoß durch den Torhüter darf ein Spieler dieser Mannschaft – nicht der gegnerischen - den Ball bereits im Strafraum annehmen, die Partie geht trotzdem weiter. Bisher wurde der Abstoß wiederholt. Auch dies soll Zeitschinden verhindern.

Arm über Schulterhöhe? Immer Hand

- Beim Handspiel soll eine "unnatürliche Bewegung" entscheidend sein, die immer vorliegt, wenn sich der Arm über Schulterhöhe befindet. Damit soll eine größere Objektivität erreicht werden.

- Der Nachschuss beim Strafstoß wird generell abgeschafft. Damit soll die regelwidrige Unart überflüssig werden, dass Spieler beider Teams bereits in den Strafraum laufen, bevor der Schütze den Ball berührt hat.

- Ein Tor, das mit der Hand erzielt wird, ist auf jeden Fall irregulär. Die besonders in diesen Fällen - wie zum Beispiel der Treffer des Mönchengladbachers Lars Stindls in Ingolstadt im Februar 2017 - immer wieder heiß diskutierte Frage, ob Absicht vorlag oder nicht, ist dann nicht mehr relevant.

Elfmeterschießen im ABBA-System

- Beim Elfmeterschießen soll wie im Tiebreak im Tennis das ABBA-System kommen. Erst schießt ein Spieler der Mannschaft A, dann zwei von Team B und wieder zwei von A. Das soll die Chancengleichheit erhöhen. Bei der bisherigen Verfahrensweise mit ständig wechselnden Schützen gewann in über 60 Prozent der Fälle die Mannschaft, die als erste zum Elfmeter antrat.

- Gelbe und Rote Karten soll es auch für Vereinsoffizielle geben. Trainer könnten dann auch wie Spieler bei einer gewissen Anzahl Gelber Karten ein Spiel pausieren müssen. Dadurch wird im Stadion transparenter, wenn ein Schiedsrichter Stress mit den Bänken hat. Und es soll dadurch dort mehr Ruhe geben.

Weitere Informationen finden Sie hier: Was ist eigentlich das IFAB?