Frankfurt: "Ein richtig guter Vertrag" bei Jovic

Hübner: "Es gibt Überlegungen, Trapp zu halten"

Ist ohne Kaufoption von PSG ausgeliehen: Kevin Trapp.
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Als die Eintracht im Juni 2017 Jovic für zwei Jahre von Benfica Lissabon auslieh, stellte sich die Frage, ob ein Talent, das nicht mal in der zweiten Mannschaft Benficas regelmäßig spielte, Frankfurt tatsächlich weiterbringen kann. Der kicker schrieb in der Ausgabe vom 22. Juni 2017: "Frankfurt ist für Jovic ein Neuanfang. Ob er die Eintracht verstärken kann, ist angesichts der Vita fraglich. Aus Sicht des Klubs ist die Leihe kein Risiko. Mit etwas Glück blüht Jovic auf und kann dem Team mittelfristig helfen. (...) Für den Spieler ist das Risiko ungleich größer. Schafft er es nicht, regelmäßig zu spielen, droht seine Karriere vollends zu versanden." Längst hat sich gezeigt, dass die Verantwortlichen um Sportvorstand Fredi Bobic und Sportdirektor Bruno Hübner goldrichtig lagen. Ohne Jovics Karriereknick in Lissabon hätte die Eintracht wohl nie eine reelle Chance gehabt, einen Spieler mit diesem gewaltigen Potenzial zu verpflichten.

Dank einer Kaufoption hat es die Eintracht in der eigenen Hand, Jovic über den Sommer hinaus zu verpflichten. "Luka wird irgendwann ein Spieler von Eintracht Frankfurt sein", kündigt Hübner an und betont: "Das ist ein richtig guter Vertrag." Die festgeschriebene Ablösesumme sei niedriger als die kolportierten zwölf Millionen Euro. Um welchen konkreten Betrag es sich handelt, verrät Hübner nicht. Klar ist dagegen: Selbst mit zwölf Millionen Euro Ablöse wäre der erst 20 Jahre alte Stürmer ein Schnäppchen, denn bereits jetzt ist er deutlich mehr wert.

Jovics neu gewonnene Freiheiten unter Hütter

Interessant ist, was Hübner über Jovics neu gewonnene Freiheiten unter Trainer Adi Hütter erzählte. Der Spieler selbst sprach nach seiner Fünf-Tore-Gala gegen Düsseldorf davon, unter dem Österreicher mehr Freiheiten zu haben als noch unter Niko Kovac, präzisierte diese Aussage aber nicht. Nun erklärt der Sportdirektor: "Wenn du als Mannschaft reifst und weißt, dass Jovic vielleicht die Schwachstelle hat, nicht nach hinten zu arbeiten, musst du irgendwann in der Lage sein, diese Schwäche aufzufangen, damit er sich mehr an seinen Stärken orientieren kann. Ich war selbst Stürmer, die Wege sind weit, und die Konzentration braucht er beim Abschluss. Wenn er so den Unterschied macht, muss die Mannschaft bereit sein, diese Schwäche zu kompensieren, um seine Stärken auszubauen." Hübner ist allerdings wichtig, dass Jovic diese Einschätzung nicht als Freifahrtschein dafür versteht, jegliche Defensivarbeit einzustellen. Dass er seine Stärken voll ausspielen soll, bedeutet schließlich nicht, dass er nicht auch an seinen Schwächen arbeiten kann.

Sehr viel offener als Jovics Zukunft ist die von Kevin Trapp - der Keeper ist ohne Kaufoption von Paris St. Germain ausgeliehen. Hübner hofft trotzdem, den Torhüter über diese Spielzeit hinaus an die Eintracht binden zu können. "Sicherlich gibt es Überlegungen, Kevin über die Saison hinaus zu halten", sagt der Sportdirektor. Gespräche hätten es diesbezüglich aber noch nicht stattgefunden.

Gespräche mit Hasebe und Russ laufen

Anders sieht das bei Innenverteidiger Marco Russ (33) und "Libero" Makoto Hasebe (34) aus. "Wir sind in Kontakt und in Gesprächen. Beide Seiten signalisieren, dass eine Basis gegeben ist, die Zusammenarbeit fortzusetzen", berichtet Hübner. Sollten die Routiniers von größeren Verletzungen verschont bleiben, wäre eine Verlängerung zweifellos sinnvoll. Während Hasebe zurzeit ein unverzichtbarer Leistungsträger ist, stellt Russ eine zuverlässige Alternative in der Abwehr dar. In der englischen Woche vor der Länderspielpause zeigte er, dass er sofort voll da ist, auch wenn er mal eine Zeit lang nicht gespielt hat.