Hertha tritt am Sonntag in Freiburg an

Krise? Dardai ist "maximal zufrieden"

"Wir haben die verdiente Rechnung bekommen": Hertha-Coach Pal Dardai.
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"Eine Krise spüre ich nicht", sagte Dardai am Tag nach der 1:2-Niederlage beim ukrainischen Verein Sorja Luhansk , mit der Herthas Weiterkommen in der Europa League unwahrscheinlich geworden ist. Wie schon am Abend nach der Partie in Lwiw betonte Dardai, dass es angesichts des Abschneidens im Europapokal "nichts schönzureden" gebe: "Wir haben vor der Saison gesagt, dass wir uns in Europa messen wollen. Man sieht jetzt, dass es einen Tick zu dünn ist. Es waren keine verschenkten Punkte, wir haben die verdiente Rechnung bekommen."

Anders als in der Europa League, in der Hertha als Gruppenletzter aus drei Spielen nur einen Punkt holte, was die Verantwortlichen vor allem mit der Unerfahrenheit von Teilen der Mannschaft erklären, stellt sich für Dardai allerdings die Lage in der Bundesliga dar. Trotz Platz 13 und nur neun Punkten sieht der Ungar seine Mannschaft noch im Soll. "Ich habe zehn Punkte erwartet, es sind neun geworden. Unser Saisonziel in der Bundesliga ist der 10. Platz. Davon sind wir nicht weit entfernt", sagte er und erklärte: "Ich bin momentan maximal zufrieden."

"Ich habe zehn Punkte erwartet, es sind neun geworden."

Pal Dardai

Beginnend mit dem Auswärtsspiel am Sonntag beim SC Freiburg (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) steht Hertha nun dennoch vor wegweisenden Wochen. Nach der Partie im Breisgau folgen in der Liga die Partien gegen den Hamburger SV und in Wolfsburg, zudem geht es im Pokal gegen den 1. FC Köln und in der Europa League erneut gegen Luhansk.

"Wenn du die nächsten drei Spiele verlierst, können wir über eine Krise reden. Das sehe ich aber nicht", sagte Dardai, der als das größte Problem die fehlende Trainingszeit aufgrund der vielen englischen Wochen ausgemacht hat. "Wir haben letztes Jahr die ganze Woche auf die Spiele hingearbeitet und die Automatismen einstudiert. Jetzt hat man die Zeit nicht mehr", beklagte der 41-Jährige und bat um Geduld: "Ich kenne keine Mannschaft, die in neuer Besetzung vom einen auf den anderen Tag funktioniert. Dafür muss man ein Genie sein. Ich bin aber kein Genie, ich bin kein Zauberer. Das war ich nie."

Dreifachbelastung: Erfahrungswerte sammeln

Wie Dardai sprach auch Michael Preetz davon, dass die Mannschaft in dieser Saison mit der Dreifachbelastung Erfahrungswerte sammeln müsse, um sich weiterzuentwickeln. Der Manager stellte aber auch klar, dass man nun zulegen müsse. "Dass wir uns steigern müssen, wissen wir. Das ist keine Frage", sagte er. Am besten soll das schon am Sonntag gelingen. "Freiburg ist eine Mannschaft, die leidenschaftlich vor eigenem Publikum unterwegs ist", warnte Preetz und forderte mit Blick auf die seit Wochen ausbaufähige Torgefährlichkeit: "Wir müssen schauen, dass wir effektiver werden."

Um dieses Ziel zu erreichen, will Dardai zwei Routiniers in die Startelf beordern. "Vedad Ibisevic und Salomon Kalou spielen von Anfang an", kündigte der Hertha-Coach an, der zudem auch wieder auf den zuletzt geschonten Mathew Leckie zurückgreifen kann. Rekordeinkauf Davie Selke, der am Donnerstagabend bei seinem Startelf-Debüt getroffen hatte, wird in Freiburg zunächst wohl auf der Bank sitzen.