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96-Leihgabe Wolf: "Frankfurt ist mein Verein"

Frankfurt könnte ihn nach dieser Saison fest verpflichten: 96-Leihgabe Marius Wolf.
© imago

Als die Eintracht am 8. Februar 2017 Hannover 96 im Pokal-Achtelfinale 2:1 besiegte , stand der wenige Wochen zuvor verpflichtete Wolf nicht mal im Kader. Diesmal stehen seine Chancen besser, zumindest als Joker zum Zug zu kommen. "Ich haue mich rein und versuche, alles anzubieten, dann entscheidet der Trainer. Ich gebe alles, damit ich spiele oder eingewechselt werde", sagt Wolf vor dem Wiedersehen und erklärt: "Ein Spiel gegen einen Ex-Verein ist natürlich immer etwas Besonderes. Aber ich gehe es genauso an wie jede andere Partie auch. Ich will dort auf jeden Fall gewinnen, wir sind alle gut drauf."

Dass er im Sommer womöglich nach Hannover zurückkehren muss, blendet er aus. "Hannover ist für mich momentan Geschichte, ich konzentriere mich auf die Eintracht. Frankfurt ist mein Verein, ich fühle mich hier sehr wohl", bekräftigt der schnelle Außenbahnspieler.

In Hannover lief alles schief

Nach seinen Erlebnissen bei den Niedersachsen ist es ohnehin kaum vorstellbar, dass er noch einmal den 96-Dress trägt. Für 1,5 Millionen Euro verpflichtete Hannover Wolf im Januar 2016 von 1860 München - ein stattlicher Betrag für einen noch recht unerfahrenen Zweitligaprofi. Doch das Talent war damals ein heißes Eisen, auch die Eintracht hatte es seinerzeit auf dem Zettel. In Hannover lief für Wolf jedoch so ziemlich alles schief, was schieflaufen konnte. Erst zog sich der Flügelspieler eine Verletzung in der Vorbereitung zu, bald darauf wurde Trainer Thomas Schaaf entlassen.

Dessen Nachfolger Daniel Stendel setzte auf andere Akteure, verbannte Wolf nach dem Abstieg in die 2. Liga gar in die zweite Mannschaft. Das Angebot der Eintracht ein halbes Jahr später kam wie gerufen. In den wenigen Einsätzen bis zu seiner schweren Schulterverletzung beim Pokal-Halbfinale in Gladbach nutzte er, um die Verantwortlichen davon zu überzeugen, das Leihgeschäft um ein Jahr zu verlängern. Nach dieser Spielzeit könnte Frankfurt Wolf per Kaufoption fest verpflichten.

Ob das Sinn ergibt, bleibt abzuwarten. Denn: Wolf kam in dieser Saison erst zweimal zum Einsatz: als Joker in Köln, in Leipzig spielte er von Beginn an. Die geringe Einsatzzeit ist nicht nur auf die Verletzung und die Konkurrenz zurückzuführen, sondern auch auf die taktische Formation.

Wolfs Problem: Offensive Flügelspieler gibt es im SGE-System meist nicht

Agiert Frankfurt mit einer Dreier-/Fünferkette in der Abwehr, gibt es die Position des offensiven Flügelspielers in der Regel nicht, da die Außenverteidiger weit nach vorne stoßen und die offensiven Aufgaben übernehmen. Im Mittelfeld baut Trainer Niko Kovac meist auf einen Sechser und zwei Achter, vorne laufen zwei Stürmer auf (Boateng, Haller). Wolf muss deshalb hoffen, dass sich der Coach in Hannover für eine 3-4-2-1-Formation entscheidet (gegen den Ball: 5-4-1) - so spielte die Eintracht in Leipzig, wo er im rechten offensiven Halbraum agierte und Ante Rebics Tor zum 1:2-Endstand vorbereitete.

Dass Kovac in Hannover auf ein 4-3-3 oder 4-4-2 setzt, ist eher unwahrscheinlich, nachdem er am Mittwoch erklärt hatte, dass sich die Mannschaft in einer Formation mit Dreierkette wohler fühle. Hinzu kommt: Hannover wird wohl auf eine Doppelspitze setzen (Harnik, Füllkrug). Sollte es so kommen, wäre es sinnvoll, mit drei zentralen Verteidigern zu agieren, um für Überzahl zu sorgen.