Werder Bremen: Leistungsträger kehren zurück

Nouri und die Qual der Wahl

Wer schafft es in seine Startelf? SVW-Coach Alexander Nouri.
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Wen aus der bisherigen Stammformation setzt Nouri auf die Bank? Und wer schafft es überhaupt noch in den Kader? Die vermeintlich naheliegendste Lösung im Mittelfeld: Für Junuzovic muss sein österreichischer Landsmann Florian Kainz aus der Anfangsformation weichen. Der 24-Jährige präsentierte sich in den vergangenen Wochen zwar als Aktivposten, passt als nomineller Flügelspieler aber weiterhin nicht ideal ins von Nouri praktizierte 3-5-2-System. Gemessen an den bisherigen Leistungen im Saisonverlauf wäre Kainz – nach kicker-Noten mit einem Schnitt von 3,33 aktuell drittstärkster Bremer Feldspieler - der größte Härtefall.

Die Spitzenplätze im genannten Ranking nehmen die Innenverteidiger Niklas Moisander (3,00) und Lamine Sané (3,25) ein. Nach ihren Blessuren stehen beide nun erstmals gemeinsam zur Verfügung und dürften in der Startelf gesetzt sein. In der Rolle des dritten Mannes in der Dreierkette spricht im Vergleich zwischen Milos Veljkovic und Robert Bauer vieles für den Serben, nicht nur der Notenschnitt von 3,79 gegenüber 4,07. Bauer ist als Innenverteidiger generell keine Ideallösung, wäre nun aber frei für seinen angestammten Posten auf der rechten Außenbahn. Dort allerdings könnte Theo Gebre Selassie dank größerer Offensivfreude und Kopfballstärke besser ins Konzept passen. Also wäre es keine Überraschung, wenn Bauer am Sonntag draußen bleiben müsste.

Wer schafft es überhaupt ins Aufgebot?

Ebenfalls spannend: Der Kampf um die Kaderplätze. Im 18er-Aufgebot sind neben der Anfangself Bauer, Kainz, Hajrovic sowie einer der beiden Sechser Philipp Bargfrede bzw. Maxi Eggestein gesetzt. Bleiben, neben Ersatzkeeper Michael Zetterer, noch zwei Plätze für Luca Caldirola, Ulisses Garcia, Johannes Eggestein sowie Jerome Gondorf. Müsste Caldirola, der schon als Bankdrücker seiner Unzufriedenheit Ausdruck verlieh, nun sogar auf die Tribüne, wäre das ebenso ein Politikum wie eine Nichtberücksichtigung von Johannes Eggestein.

Schließlich wurde Nouri zuletzt schon mehrfach vorgehalten, dem Sturm-Youngster keine Chance als Joker zu geben – unter anderem von Ehrenpräsident Klaus-Dieter Fischer. Ein verletzungsbedingter Ausfall Gondorfs, der aktuell wegen einer Schulterblessur im Teamtraining fehlt, könnte die Situation zumindest leicht entspannen. Insgesamt aber birgt schon die Personalauswahl einige Brisanz für Nouri. Als ob der Druck nach sieben Spielen ohne Sieg nicht ohnehin schon groß genug wäre...