Aubameyang muss zum Rapport - Schmelzer angeschlagen

Wieder Maskenjubel! BVB-Boss Watzke sauer

Maskenjubel mit Folgen: Pierre-Emerick Aubameyang verärgerte so nicht nur die Schalker Fans.
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Er hätte zum großen Dortmunder Derbyhelden werden können. Denn nach seinem Führungstor in der 53. Minute tauchte Aubameyang fünf Minuten später erneut völlig frei vor Schalkes Torhüter Ralf Fährmann auf, wollte es jedoch - wie zuvor Kagawa beim 1:0 - uneigennützig machen und legte noch einmal quer zu Ousmane Dembelé. Doch S04-Kapitän Benedikt Höwedes hatte dies erwartet und klärte so für die Gelsenkirchener, die später noch zum Ausgleich kamen. "In der zweiten Hälfte konnten wir noch eine Schippe drauflegen und sind verdient in Führung gegangen. Dann haben wir Chancen liegen gelassen", konstatierte BVB-Trainer Thomas Tuchel nach dem Spiel.

Dass sich Dortmunds Toptorjäger am Samstag den Ärger seiner Klubführung zuzog, lag indes nicht an einer vergebenen Großchance. Denn schließlich ist Aubameyang mit zehn Treffern aus den letzten sechs Pflichtspielen des BVB, in denen er stets mindestens je einmal traf, bei der Borussia beinahe unverzichtbar. Vielmehr sorgte der Maskenjubel des Gabuners nicht nur für Wut bei Teilen der Schalker Zuschauer, die sich bereits bei früheren Aufeinandertreffen durch den Maskenjubel provoziert gefühlt hatten. Auch BVB-Boss Hans-Joachim Watzke war verstimmt, zumal Aubameyangs Maskenaktion (ein roter Blitz auf schwarzem Untergrund) ein Werbegag für seinen Sponsor Nike war: "Darüber werden wir noch mal reden, dann wird es etwas schwieriger für ihn." Nike ist Konkurrent des Dortmunder Ausrüsters Puma.

Ungeachtet des verpassten Sieges und eines für Aubameyang womöglich kostspieligen Nachspiels darf sich der BVB aufgrund des Remis über eine kleine Erfolgsserie im Revierderby freuen. So verlor die Borussia unter Thomas Tuchel noch kein Duell mit dem Lokalrivalen und ist insgesamt seit fünf Spielen gegen S04 ungeschlagen.

Schmelzer fehlt beim Gegentor - und wohl gegen Hamburg

Pech hatten die Dortmunder dabei nicht nur bei einem Innenpfostentreffer von Dembelé in der 74. Minute, sondern auch beim Ausgleichstreffer von Thilo Kehrer in der 77. Minute, bei dem sich die Westfalen in Unterzahl befanden. Denn Marcel Schmelzer musste nach einer Abwehraktion kurz zuvor im Strafraum gegen Schalkes Alessandro Schöpf behandelt und wenig später ausgewechselt werden. Der Dortmunder Kapitän leidet unter Rückenproblemen. "Bis Dienstag könnte es knapp werden", schätzt Tuchel die Einsatzchancen im kommenden Heimspiel gegen den Hamburger SV eher gering ein.