VfL bleibt auswärts ohne Niederlage

Thiounes selbsterfüllende Prophezeiung

Ist seit zehn Spielen mit seinem Team ungeschlagen: Osnabrücks Coach Daniel Thioune.
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"Es tut weh, dass es am Ende nicht für drei Punkte gereicht hat", kommentierte ein frustrierter Marc Heider das sechste Unentschieden im neunten Gastspiel des VfL Osnabrück. Der fünfte Saisontreffer des 32-Jährigen zur zwischenzeitlichen 1:0-Führung hatte nicht zum zehnten Dreier in der laufenden Runde gereicht. "Wir hätten mit Danneberg nachlegen müssen", blickte der Rechtsaußen auf die vergebene Möglichkeit seines Teamkollegen zurück. Der Rekordspieler der 3. Liga hatte nur drei Minuten nach dem Ausgleich die erneute Führung auf dem Fuß, verfehlte sein Ziel aber knapp (77.).

Osnabrücks Achter, Ulrich Taffertshofer, haderte am Mikrofon des eigenen Vereins-TV ebenfalls mit dem Ergebnis: "Wenn du 1:0 in Führung liegst, dann willst du natürlich auch die drei Punkte mit nach Hause nehmen." Besonders ärgerte den 26-Jährige die Tatsache, dass der Treffer über einen Standard fiel: "Das akzeptiert man schwerer als ein Tor, dass man aus dem Spiel heraus fängt."

Für den Trainer der Niedersachen war das Gegentor dagegen nur "die logische Konsequenz". Sein Team hatte aus seiner Sicht gerade nach dem Ausgleich "zu viele Standards zugelassen". "Ich hatte mir schon gedacht, wenn Rostock zurückkommt, dann über einen Standard", blickte Thioune auf Hüsings Tor zurück. "Dann war es die selbsterfüllende Prophezeiung."

"Wenn Danneberg das zweite Tor macht, dann stehen wir souverän oben, weil wir dann die Qualität eines Spitzenreiters haben."

Daniel Thioune

Die vergebene Danneberg-Chance diente dem 44-Jährigen als bestes Beispiel, dass seiner Elf noch einige Prozentpunkte zu einem echten Topteam fehlen. "Wenn Danneberg das zweite Tor macht, dann stehen wir souverän oben, weil wir dann die Qualität eines Spitzenreiters haben."

Thioune rechnet mit Rostock

Doch auch Thioune konnte seinen Unmut über das 1:1 nicht ganz verbergen. Denn durch die Punkteteilung ließ seine Mannschaft die Möglichkeit aus, einen potenziellen Kontrahenten im Aufstiegsrennen zu distanzieren. "Ich denke, dass Rostock noch kommen wird. Sie werden uns noch bedrängen", mutmaßte Thioune, dessen Mannschaft weiter acht Punkte Vorsprung auf Rostock hat. Doch fand der Trainer ebenso versöhnliche Worte, als er auf die Hinrunde der Osnabrücker angesprochen wurde: "Nach dem 17. Spieltag erst einmal verloren und auswärts noch ungeschlagen - das ist sehr positiv."

Auf dem Weg Richtung Herbstmeisterschaft kommen auf den VfL noch zwei harte Brocken zu. Am kommenden Samstag (14 Uhr, LIVE! bei kicker.de) empfängt die Thioune-Elf Wehen Wiesbaden bevor es nach Unterhaching geht (15.12.). Zum Hinrundenbschluss sind die "Lila-Weißen" dann bei den Würzburger Kickers zu Gast (22.12.).