Osnabrücks Trainer erläutert Auswahl der Neuzugänge

Thioune sucht defensive Stabilität - mit Sama?

Übernahm im November den Cheftrainer-Posten beim VfL Osnabrück: Daniel Thioune.
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1:5 in Wiesbaden, 0:2 nach neun Minuten gegen Fortuna Köln - das Sportjahr 2018 begann für den VfL Osnabrück bestenfalls holprig, nicht nur wegen des schlechten (und inzwischen beseitigten) Rasens an der Bremer Brücke. Dass am Ende gegen die Fortunen noch ein 2:2 und damit zumindest ein Zähler stand, stimmt etwas versöhnlich, aber Trainer Daniel Thioune gab zu: "Die Enttäuschung überwog."

Dafür, dass künftig wieder andere Emotionen vorherrschen, sollen auch zwei späte Neuverpflichtungen sorgen: Stephen Sama und Utku Sen wurden jeweils bis zum Saisonende von den Zweitligisten SpVgg Greuter Fürth und Holstein Kiel ausgeliehen. Und sie sollen den VfL-Kader nicht nur in der Breite auffüllen, sondern auch qualitativ verstärken, wie Thioune am Donnerstag betonte, als er die Anbahnung der beiden Transfers erläuterte.

Kader-Analyse Anfang Dezember

"Wir haben Anfang Dezember mit Benjamin Schmedes zusammengesessen und haben den Kader im Detail näher betrachtet, haben festgestellt, wo Herausforderungen sind, wo unser Kader vielleicht noch Lücken aufweist", beschrieb Thioune den Prozess, in dessen Verlauf man Profile entwickelt habe, in die die beiden nun verpflichteten Spieler sehr gut passen würden - ein Angreifer, bei dem Sportdirektor Schmedes "Treffsicherheit und zielgerichtete Spielweise" hervorhob, und ein physisch starker Innenverteidiger.

"Wir hatten eine längere Liste von zehn bis zwölf Spielern pro Position", verriet Thioune. Schmedes habe diese anhand vieler Gespräche und zahlreicher Videoanalysen abgearbeitet: "Unter dem Strich blieben Utku Sen und Stephen Sama übrig." Was laut Thioune auch an der Bereitschaft der Spieler selbst lag: "Wir hatten ein paar Kandidaten, die sich nicht für den VfL begeistern ließen, diese beiden Spieler waren sofort Feuer und Flamme und hatten großes Interesse, für uns zu spielen."

Beide Neuzugänge vor Kader-Nominierung

Und genau das sollen sie auch möglichst schnell. "Unser Ziel ist es, die Spieler möglichst schnell einzubinden", unterstrich der VfL-Coach in der obligatorischen Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel in Halle am Samstag (14 Uhr, LIVE! bei kicker.de). "Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass beide im Kader stehen."

Insbesondere für Sama könnte es direkt einen Schritt weitergehen: Der 24-Jährige ist sofort ein Kandidat für die Startelf. Die "gewisse Mentalität" und die "Gier, Zweikämpfe zu gewinnen" seien etwas, "was wir in Halle sicher ganz gut gebrauchen können", meinte Thioune. Um mit der physischen Stabilität dann auch eine bessere defensive Stabilität zu erreichen, die die Lila-Weißen in den ersten beiden Partien des Jahres 2018 bei bereits sieben Gegentoren vermissen ließen.