VfL zieht die Reißleine

Bochum schmeißt Hochstätter und Rasiejewski raus

Müssen beide gehen: Sportvorstand Christian Hochstätter und Jens Rasiejewski.
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"Wir danken Christian Hochstätter für über vier Jahre intensiver, vertrauensvoller und erfolgreicher Zusammenarbeit. Allerdings sind wir aufgrund der Entwicklungen in den vergangenen Wochen zu dem Entschluss gekommen, dass das gesamte Team einen neuen Impuls braucht", begründete Hans-Peter Villis, Aufsichtsratsvorsitzender des VfL, am Mittwochabend die Entscheidung. "Diesen Entschluss haben wir uns nicht leicht gemacht. Wir sind uns aber bewusst, dass wir im Kampf um den Klassenerhalt vor einem bedeutenden Spiel gegen Darmstadt stehen, für das wir alle Kräfte bündeln müssen. Diese Partie hat für uns höchste Priorität. Es geht einzig und allein um den VfL Bochum 1848." Zudem teilte der VfL mit, dass die Nachfolge von Hochstätter Sebastian Schindzielorz übernimmt.

Zoff mit Bastians

Die Trennung von Hochstätter kommt zwar etwas überraschend, allerdings war die Kritik am früheren Profi in den letzten Wochen stetig gewachsen. Der Sportvorstand hatte vor der Saison den Aufstieg als Ziel ausgegeben. Seine Entscheidungen in der Trainer-Frage waren jedoch unglücklich. Die Fans werfen Hochstätter zudem den Abgang des beliebten Kapitäns Felix Bastians vor. Der gebürtige Bochumer hatte explizit das zerrüttete Verhältnis zu Hochstätter als Grund für seinen Wechsel nach China angegeben.

Butscher ist schon der vierte Trainer

Neben dem Sportvorstand wurde auch Trainer Rasiejewski entlassen. Der von der U19 beförderte Rasiejewski, der nach acht Spielen als Interimscoach im Dezember als Cheftrainer bestätigt wurde, holte in 13 Partien nur 13 Punkte.

Für das Spiel gegen den SV Darmstadt 98 wird der bisherige Co-Trainer Heiko Butscher die Mannschaft betreuen. Damit ist Butscher nun schon der vierte Trainer in der Saison. Schon vor dem Start der Spielzeit wurde Gertjan Verbeek von seinen Aufgaben entbunden. "Große Differenzen bei unsere Vorstellungen" hieß es im Juli bei der Begründung. Ismail Atalan übernahm und wurde schließlich nach nur neun Spieltagen entlassen. Doch auch Rasiejewski schaffte es nicht, den Hebel umzulegen.

Bochum hatte die letzten vier Partien allesamt verloren und blieb in den vergangenen drei Spielen jeweils ohne Torerfolg. Die kommenden Wochen haben es für den Revierklub in sich. Zunächst geht es im Heimspiel gegen Darmstadt gegen einen direkten Konkurrenten, ehe Heidenheim (A), Nürnberg (H), Ingolstadt (A) und Kiel (H) auf dem Programm stehen.

Am Donnerstag findet um 15 Uhr eine Pressekonferenz mit Heiko Butscher, Sebastian Schindzielorz und Hans-Peter Villis statt.