Golden Knights: Marchessault trifft doppelt, Fleury glänzt

Vegas: Schnelle Füße und unglaubliche Saves

"Schnelle Füße": Vegas-Stürmer Jonathan Marchessault legte einen Blitz-Start hin.
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1. Drittel: Blitz-Start dank Marchessault

In der Serie zwischen Winnipeg und Vegas waren bislang immer die ersten Minuten von unglaublicher Intensität und Toren geprägt. So auch im ersten Spiel der Serie in der T-Mobile Arena. "Bei Heimspielen kommen wir immer aus der Kabine geschossen. Das liegt an den Fans, die für dich schreien und die Jungs regelrecht aufpumpen. Das hat für beide Teams in beiden Arenen bislang gut geklappt", sagte Golden-Knights-Trainer Gerard Gallant. In Spiel 3 dauerte es gerade einmal 35 Sekunden, ehe Jonathan Marchessault mit dem zweiten Schuss der Partie auf 1:0 stellte. Vorausgegangen war eine starke Puckeroberung von Brayden McNabb, danach war der flinke Marchessault nicht mehr zu halten. "Er hat den Torwart gut ausgespielt", lobte Gallant. "Er hat viel Geschwindigkeit und schnelle Füße. Marchy kann den Puck im Tor begraben, wenn man ihm Platz auf dem Eis lässt."

2. Drittel: Scheifele kurios - Neals besondere Geschichte

Im zweiten Durchgang meldete sich Winnipeg mit einem kuriosen Treffer zurück: Blake Wheeler schoss aus spitzem Winkel und der am ersten Pfosten postierte Mark Scheifele fälschte derart ungewöhnlich ab, dass der Puck zwischen Knights-Goalie Marc-André Fleury (33 Saves, 94,3 Prozent Fangquote) und der Eisenstange ins Tor schlingerte (26.). "Eine gute Aktion von ihm, er hat großartige Hände", musste selbst Gallant anerkennen, sah aber nur zwölf Sekunden später die postwende Antwort seiner Mannschaft: Gäste-Goalie Connor Hellebuyck (26 Saves, 89,7 Prozent) blieb bei einem Ausflug hinter sein Tor an Erik Haula hängen, der geistesgegenwärtig den im Slot postierten James Neal freispielte - 2:1 (26.). "Er hat gesehen, dass ich in der Nähe war, hat beim Forecheck tolle Arbeit geleistet und dann einen guten Pass gespielt", gab Neal das Lob an den Vorbereiter weiter.

Dass ausgerechnet Neal für den Treffer verantwortlich zeichnete, war eine Geschichte für sich: Im ersten Abschnitt war der Flügelstürmer nach einem Check verletzt ausgeschieden. "Dustin Byfuglien hat mich mit dem Ellenbogen an Auge und Mund getroffen. Daraufhin musste ich in die Kabine und konnte nicht auf der Bank bleiben, so ist das Protokoll", erinnerte sich Neal, der nach seinem Tor auch noch das 3:1 vorlegte: Sein Pass von hinter dem Kasten tippte Alex Tuch in die Maschen (29.).

3. Drittel: Play-off-Monster Fleury sichert den Sieg

Im Schlussdrittel machten es die Jets schnell wieder spannend. Nur 18 Sekunden nach Wiederbeginn beeindruckte einmal mehr die Top-Sturmreihe der Kanadier um Scheifele, Wheeler und Kyle Connor. Letzter spielte Scheifele im Slot frei - der 25-jährige Center ließ sich nicht zweimal bitten und verkürzte auf 2:3 (41.). Für Doppelpacker Scheifele war es bereits Play-off-Treffer Nummer 11 - er stellte damit einen neuen NHL-Endrunden-Rekord auf und pulverisierte die Bestmarken (zehn Tore) von Joe Mullen (Calgary Flames, 1989) und Sidney Crosby (Pittsburgh Penguins, 2009).

Die Truppe aus der Provinz Manitoba hatte plötzlich wieder Momentum und drängte auf den Ausgleich (16:8 Schüsse im dritten Drittel). "Wir haben unsere Beine nicht mehr bewegt. Fleury musste ein paar unglaubliche Paraden zeigen", so Gallant. Darunter auch eine Aktion der Kategorie "Moster Save": Gegen Scheifele parierte Fleury gleich zweimal spektakulär und sorgte für offene Münder bei allen Beteiligten. "Ich wollte einfach so viel Körper wie möglich vor das Tor bringen", erklärte der Keeper seine Hechtsprungeinlage. "Ich hatte einen tollen Blick von der Bank aus. Es war eine großartige Parade. Das hat uns das Spiel gerettet", lobte Neal. Total verblüfft zeigte sich auch Coach Gallant: "Das ist Fleury: Ich schwitze auf der Bank, schreie mir die Seele aus dem Leib und dann sehe ich ihn zwischen den Pfosten stehen und er hat einfach Spaß." Gemeint war das breite Grinsen des 33-jährigen Kanadiers nach der Rettungsaktion des Abends.

Hellebuyck: "Abhaken und weiterkämpfen"

Den Deckel machte schließlich Marchessault drauf - sein Bauerntrick ins mittlerweile verwaiste Tor besorgte drei Sekunden vor der Schlusssirene den 4:2-Endstand. Damit verloren die Jets erstmals in diesen Play-offs und erstmals seit Mitte März zwei Spiele in Folge und befindet sich auch erstmals in dieser Endrunde in einem Serien-Rückstand. "Das ist eine Herausforderung. Wir müssen damit umgehen können", so Winnipegs Trainer Paul Maurice. "Wir haben nicht die Serie, sondern nur ein Spiel verloren. Wir werden das abhaken und weiterkämpfen", versprach Hellebuyck. Die Knights sind dagegen nur noch zwei Siege vom Einzug ins Stanley-Cup-Finale entfernt. Noch immer eine unwirkliche Situation für den Liga-Neuling. "Ich glaube nicht, dass uns vor der Saison irgendjemand hier gesehen hätte. Aber wir verdienen es, hier zu sein und werden weiter gewinnen", meinte Fleury.

NHL-Ergebnis vom Mittwoch, den 16. Mai 2018:

Vegas Golden Knights - Winnipeg Jets 4:2

Play-off-Stand: 2:1